Aus dem Keller in die Halle

FRAUENFELD. Der Schwingerverband Unterthurgau zieht Ende März in die neu gebaute Schwinghalle in Frauenfeld ein. Diese wird mit einem grossen Fest eingeweiht. Die Mitglieder des Verbandes beteiligten sich auch selber beim Bau.

Tobias Rüetschi
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Die Jungschwinger Eric Siegwart (blaues Hemd) und Ronny Luginbühl (graues Hemd) messen sich im neuen Trainingslokal. (Bild: Nana do Carmo)

Die Jungschwinger Eric Siegwart (blaues Hemd) und Ronny Luginbühl (graues Hemd) messen sich im neuen Trainingslokal. (Bild: Nana do Carmo)

«Ich denke, der Reiz am Schwingen ist das Urtümliche», sagt Reto Hürlimann vom Schwingerverband Unterthurgau. Der Mann-gegen-Mann-Kampf im Schwingen sei nämlich Kräftemessen in der urtümlichsten Form. Den Zuwachs an Jungschwingern, den der Verband seit dem Eidgenössischen Schwingfest 2010 in Frauenfeld erlebt, erklärt er simpel: «Der Wille zum Kräftemessen ist halt einfach im Buben drin.»

Ergaten ist nicht ideal

Der Schwingerverband trainiert zurzeit noch im Keller des Schulhauses Ergaten. Mit der neuen Schwinghalle, die am 21. März eröffnet wird (siehe Box), kann der Verband den Mitgliedern nun aber etwas Grösseres bieten. «Das Trainieren im Ergaten war nur zu gewissen Zeiten möglich. Es war auch immer recht eng, wenn wir Besucher hatten», sagt Hürlimann. In der neuen Halle sieht es anders aus. Es gibt neben dem zwölf Quadratmeter grossen Sägemehlgraben auch einen Turnboden zum Aufwärmen oder Zuschauen. Die Kämpfe können auch von der Empore betrachtet werden.

In drei Tagen aufgestellt

Es gibt zwei Garderoben. Die grössere für die männlichen Schwinger und die kleinere für die seltenen, aber doch existierenden Schwingerinnen. Küche und Toiletten sind auch vorhanden. «Es ist alles da, was man braucht. Im Notfall können wir sogar Schlafplätze einrichten», sagt Hürlimann und lacht. Äusserlich passt das Gebäude zur Turnfabrik nebenan. Beide Bauten haben die gleiche rot-graue Gestaltung der Aussenfassade und eine blockartige Form.

Der Innenraum besteht hauptsächlich aus Holz. Die vielen Fenster erlauben auch von aussen einen Einblick in die Halle. «Wir haben geschaut, dass das Material aus der Umgebung stammt», sagt Hürlimann. So stammt das Holz aus der August Brühwiler AG in Balterswil und die Fenster von der Müller AG aus Frauenfeld. Die Halle besteht aus vielen Elementen, die am Bauort zusammengesetzt wurden. Viele Verbandsmitglieder halfen mit beim Aufbau, der drei Tage dauerte. «Wir haben viele Zimmerleute bei uns, das ist sehr praktisch», sagt Hürlimann.

Der Bau kostete rund 700 000 Franken. Der Verband hat dies aus Eigenkapital und durch Sponsorengelder finanziert.

Jeder kann den Raum mieten

Um die Fixkosten für den Unterhalt zu decken, wollen die Schwinger Festwirtschaften und andere Veranstaltungen in ihrer Halle durchführen. Auch mit externen Arbeitseinsätzen sammeln sie Geld. So stellen sie zum Beispiel Festzelte für verschiedene Anlässe auf. «Die Nachfrage für solche Aufträge ist da. Es spricht sich halt herum, dass wir solche Arbeiten machen», sagt Hürlimann.

Die Schwinghalle sei auch für Vereine aller Art zu vermieten. «Ob Tanzgruppe, Gesangsverein oder sogar Schachklub, alle sind willkommen, den Raum zu mieten und zu nutzen.»