Auf Pfählen und ebenerdig gebaut

Die Vorstellung, dass die Häuser in der Pfahlbauzeit typischerweise auf Plattformen im Wasser standen, ist veraltet. «Die Häuser waren den örtlichen Bedingungen angepasst», sagt Archäologe Urs Leuzinger. So stand die Siedlung in Arbon tatsächlich auf Stelzen im Uferbereich.

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Die Vorstellung, dass die Häuser in der Pfahlbauzeit typischerweise auf Plattformen im Wasser standen, ist veraltet. «Die Häuser waren den örtlichen Bedingungen angepasst», sagt Archäologe Urs Leuzinger. So stand die Siedlung in Arbon tatsächlich auf Stelzen im Uferbereich. Das bot Schutz vor den jahreszeitlichen Seespiegelschwankungen.

Am Ufer kleinerer Seen baute man dagegen ebenerdige Häuser, die höchstens leicht vom feuchten Untergrund abgehoben waren. Ebenerdig waren wohl auch die Häuser der Höhensiedlungen.

Infolge des Wechsels von Nässe und Trockenheit verrotteten die Gebäude rasch. Die älteren Pfahlbausiedlungen überlebten maximal 20 Jahre, dann mussten sie verlegt werden. In der Regel finden sich an einem Siedlungsplatz darum die Reste mehrerer Dörfer aus unterschiedlichen Zeitabschnitten.

Die Häuser waren Wohn- und Arbeitsstätten einzelner Familienverbände. Verschiedentlich gibt es Hinweise auf handwerkliche Spezialisierung in den Haushalten. Das deutet auf eine Arbeitsteilung in den Dörfern hin. (wid)