Auf nach Belgien

Der Amriswiler Sänger Roger De Win mischt Rock, Pop und Schlager. Noch diese Woche erscheint sein neues Album. Seine Träume bewahren ist ihm wichtig.

Amy Douglas
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Der Schlagersänger Roger De Win aus Amriswil kündigt sein neues Album «Wenn Sommer vergehen» an. (Bild: Andrea Stalder)

Der Schlagersänger Roger De Win aus Amriswil kündigt sein neues Album «Wenn Sommer vergehen» an. (Bild: Andrea Stalder)

«Im Zug begegnet einem das ganze Leben», sagt Roger De Win. Die Gespräche, das Lachen, Streiten und Weinen seiner Mitreisenden inspirieren den Schlagersänger immer wieder zu Liedern. In seinem neuen Album «Wenn Sommer vergehen», das am Freitag erscheint, finden sich 15 Songs, bei denen das Thema Vergänglichkeit im Vordergrund steht.

«In meinen Liedern geht es nicht um die heile Welt, wie bei anderen in diesem Genre», sagt der 42jährige Amriswiler. Überhaupt lässt sich De Win nicht einfach in eine Schublade stecken. «Mein Stil ist nicht so klar definiert», sagt der Sänger. Er befinde sich auf der Kippe zwischen Schlager, Rock und Pop. So verwendet er das Melodiöse des Schlagers, das Erdige und Mitreissende vom Rock und das Moderne vom Pop für seine Musik. Vergänglichkeit – diese beobachtet Roger De Win nicht zuletzt in seinem Bekanntenkreis. «Wo vor einigen Jahren so viele Hochzeiten und Geburten gefeiert wurden, da gibt es plötzlich nur noch Scheidungen», sagt er. Die Realität des Alltags habe viele eingeholt. Wie sieht das bei dem Künstler selbst aus? «Im Moment haben meine Frau und ich alles ziemlich gut im Griff mit Kindern und Familie», sagt der Thurgauer. «Wir konnten die gemeinsamen Träume bewahren.»

Er bleibt seinen Wurzeln treu

In einem der Songs geht es um das Thema Heimat. «Mein Dorf» ist die hochdeutsche Version eines seiner älteren Lieder und drückt die Gefühle aus, die ihn mit seinem Kindheitsdorf Amriswil verbinden. Hier ging er zur Schule, unterrichtete später selbst und wohnt heute im Elternhaus. An jeder Ecke finde er Geschichten seines Lebens wieder. «Ich werde meine Wurzeln nie verlassen», sagt Roger De Win. «Hier fühle ich mich wohl.»

Zurzeit ist De Win mit der Vermarktung seines neuen Albums beschäftigt. Demnächst bereist er die Schweiz, Deutschland, Österreich und Belgien für Interviews. «Ich plane auch schon Konzerte», sagt er. Roger De Win ist auch als Moderator erfolgreich. Beim Schweizer Radio SRF Musikwelle lobt und hinterfragt er in der Rubrik «Schlagermosaik» das eigene Genre und stellt gerne kritische Fragen. «Ich habe einen guten Zugang zu den Künstlern, da ich selbst auf der Bühne stehe», sagt der Musiker. «Ich glaube, gerade darum darf ich mir auch kritische Ansätze erlauben.» Über den nächsten Meilenstein macht er sich erst Gedanken, wenn er seine aktuelle CD abgefeiert hat. Sicher ist: Es war nicht sein letztes Album.