Auf Hochtouren zum Ziel

Prominente Fahrer, historische Rennwagen und viel Atmosphäre: Am 26. und 27. September jagen 300 Oldtimer von Steckborn ins Eichhölzli. Die Organisation des dritten Memorial-Bergrennens befindet sich auf der Zielgeraden.

Gudrun Enders
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Der Steckborner Leo Staub fährt mit einem Ford Fairline 500 Retractable aus dem Jahr 1959 von Steckborn Richtung Eichhölzli. (Bild: Andrea Stalder)

Der Steckborner Leo Staub fährt mit einem Ford Fairline 500 Retractable aus dem Jahr 1959 von Steckborn Richtung Eichhölzli. (Bild: Andrea Stalder)

STECKBORN. Erst rasten sie illegal den Seerücken hoch. Dann fand 1955 das erste offizielle Bergrennen in Steckborn statt. 60 Jahre später läuft die Organisation des dritten Memorial-Bergrennens auf Hochtouren. Doch bei diesem Rennen wird erstmals die Zeit nicht gemessen. «Das war ein guter Entscheid», sagte Vereinspräsident Claude Schönherr gestern an einer Medienkonferenz. Denn die Teilnehmerzahlen stiegen im Vergleich zu den vorherigen Rennen mit Zeitmessung. Die Organisatoren setzen nun – neben den Kategorien Corso und Show mit VIPs – auf die Kategorie Memorial Performance, bei der die Fahrer auf der Bergstrecke zeigen, was in ihrem Rennwagen steckt.

Winkelhock im Opel Manta

«Wir sind auf grosses Interesse in der Renn- und Oldtimerszene gestossen», sagt Schönherr. Nicht verwunderlich, dass sich bekannte Namen auf der Teilnehmerliste finden. Bergkönig Fredy Amweg etwa geht mit einem Amweg-BMW Formel 2 aus dem Jahr 1976 an den Start. Der bekannte Unternehmer Fredy Lienhard wird einen March-BMW 76S aus dem Jahr 1976 steuern. Der ehemalige deutsche Rennfahrer Jockel Winkelhock, Bruder der jung verunfallten Legende Manfred Winkelhock, wird mit einem Opel Manta A, Baujahr 1974, den Berg hoch rasen. Lokalmatador Fritz Erb aus Hallau, mehrfacher Schweizer Meister, fährt mit seinem Opel Kadett GT/E vor. Rennwagenkonstrukteur Markus Hotz wird sich mit einem Formel-2-Fahrzeug an den Start begeben, einem March-BMW 772P aus dem Jahr 1977.

Den Rennbetrieb organisiert der ACS. 100 Helfer schauen, dass nichts passiert. «Wir haben in diesem Jahr keine Zeitnahme, aber wir bieten die gleiche Sicherheit», sagt ACS-Geschäftsführer Christof Papadopoulos. Schon das erste Rennen vor 60 Jahren organisierte der ACS.

Sicherheit kostet

Auch das OK des Bergrennens unter Führung von Kurt Krucker wird mit 100 Helfern die beiden Renntage bewältigen. «Für uns steht die Sicherheit im Vordergrund», sagt OK-Präsident Krucker. So fliessen rund 60 Prozent des Budgets über 270 000 Franken in Bauten und Sicherheit. Betonelemente und Strohballen etwa schützen die Zuschauer, die das Renngeschehen verfolgen.

«Wir haben das Fahrerlager ins Städtli verlegt», sagt Krucker. So lebt der Anlass auch vom schmucken Altstadtflair Steckborns. Das OK will zudem die Kosten im Griff behalten. Sie hoffen auf bis zu 7000 Zuschauer. Sie können es laut Krucker finanziell aber auch verkraften, sollten wegen Wetterpech weniger als 5000 Interessierte kommen.