Auf Facebook mit dem Strick gedroht – Mann verurteilt

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Hass im Netz Die Wogen gingen hoch, als der Kanton St. Gallen die 17-jährige Marija Milunovic Mitte Februar per Flugzeug in ihre Heimat Serbien ausschaffte. Zweieinhalb Jahre hatte sie in der Schweiz gelebt, von ihrem Umfeld wurde sie als integriert beschrieben. Dementsprechend emotional wurden die Diskussionen rund um die Ausschaffung geführt – in vielen Fällen zu emotional, wurden leitende Personen des Migrationsamtes des Kantons St. Gallen doch mit dem Tod bedroht. Ein Mann, der sich auf Facebook massiv im Tonfall vergriffen hatte, ist nun von der Staatsanwaltschaft St. Gallen bestraft worden. Er kassierte einen Strafbefehl wegen mehrfacher Beschimpfung sowie versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte.

Wie Roman Dobler, Sprecher der St. Galler Staatsanwaltschaft, erklärt, tätigte der 45-jährige Schweizer seinen Eintrag auf einer Facebook-Solidaritätsseite für Marija Milunovic. Er schrieb über den stellvertretenden Leiter des Migrationsamtes sinngemäss, der Mann solle sich einen Strick nehmen, bevor es andere täten. Weiter hielt er fest, er wäre persönlich der Henker des Beamten, wenn die Todesstrafe wieder eingeführt würde.

Der Mann hat die bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 110 Franken, die bei einer Probezeit von drei Jahren ausgefällt wurde, akzeptiert, womit der Strafbefehl rechtskräftig ist. Damit verbunden sind eine Busse über 300 Franken und die Verfahrenskosten über 400 Fran­-ken – diese Beträge muss der Mann so oder so bezahlen.

«Es gibt Regeln in unserem Staat. Dabei ist es völlig irrelevant, ob jemand einen Menschen von Angesicht zu Angesicht bedroht oder ob er ihn am Telefon, per Mail oder auf Facebook beschimpft», sagt Dobler. (dwa)