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Auf einen Mann muss man sich verlassen

Motocross im Schollenholz Frauenfeld
Viola Stäheli
Ein genauer Blick auf die Rangliste.

Ein genauer Blick auf die Rangliste.

Viola Stäheli

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Es ist fast wie im richtigen Leben: Hinter jedem Motocrossfahrer steht ein Mechaniker. Der sorgt dafür, dass weder das Benzin ausgeht, noch die falschen Reifen an der Maschine montiert sind. Aber das sind nicht die einzigen Herausforderungen.

Am Start lehnen die Fahrer dicht über ihren Lenkstangen. Die Zuschauer drängen sich an den Zaun. Die laufenden Motoren bringen die Luft zum Zittern. Dann ist es so weit: Die Crossfarer preschen los. Der Geruch von Erde und Benzin erfüllt die Luft.Dahinter steckt eine Menge Arbeit: Die Mechaniker haben ganze Arbeit geleistet – ohne sie wären die Fahrer verloren. «Die meiste Arbeit passiert lange vor dem Rennen», sagt Patrick Furlato aus Amlikon-Bissegg. Er begleitet seinen Sohn an jedes Rennen und steht ihm als Mechaniker zur Seite. Unter der Woche zerlegt Furlato den gesamten Töff, um ihn für das nächste Rennen herzurichten. «Am Rennen selbst versuche ich möglichst wenig an der Maschine zu machen», sagt er, der mittlerweile 17 Jahre Erfahrung hat und weiss, was die Mechaniker an einem Motocrossrennen sprichwörtlich ins Schwitzen bringt: Schlamm. «Ist der Boden sehr tief, muss der Töff immer wieder gereinigt und die Elektronik überprüft werden, denn diese darf auf keinen Fall feucht werden», sagt er. Das bedeutet eine Menge Arbeit.

Dem pflichtet Urs Jucker aus dem Tösstal bei. «Bei starkem Niederschlag hat man viel mehr zu tun», sagt er. Jucker ist ebenfalls der Mechaniker seines Sohns. Dieser fährt 18 bis 20 Rennen pro Jahr. Die zwei sind daher ein eingespieltes Team: Es ist wichtig, dass der Mechaniker und Fahrer immer wieder Rücksprache miteinander halten, wenn es etwa um die Wahl der Reifen geht.

Nur nicht vergessen, den Tank aufzufüllen

«Bei jedem Rennen haben wir drei unterschiedliche Reifen dabei, je nach Untergrund fällt die Wahl auf den einen oder anderen», sagt Jucker. Doch das Schlimmste wäre nicht unbedingt die falsche Wahl der Reifen, sondern wenn das Benzin ausgehen würde. «An einem Rennen ist das noch nie passiert, aber im Training ging schon das eine oder andere Mal das Auffüllen des Tanks vergessen», sagt Jucker und lacht. Er wirft sicherheitshalber gleich noch einen Blick auf die Benzinanzeige – man kann nie wissen.

«Bisher ist mir zum Glück noch kein gröberer Fehler an einem Rennen passiert», sagt Sascha Benz aus Rafz. Er ist ebenfalls als Mechaniker angereist. Für ihn ist das sein grosses Hobby, bereits mit 16 Jahren hat er damit begonnen. Auch er kennt das Problem mit dem leeren Benzintank. Mittlerweile ist das aber nicht mehr seine grösste Sorge: «Früher hatte ich immer Bedenken, ob die Maschine einwandfrei läuft – heute bin ich einfach froh, wenn alle Fahrer heil nach Hause kommen und ihren Spass hatten», sagt Benz. Und damit spricht er allen Mechanikern aus der Seele.

Das laufende Rennen nähert sich dem Ende zu. Die Männer holen nochmals alles aus ihren Maschinen heraus, die auch nach zwanzig Minuten keine Schwächen erkennen lassen. Wem das zu verdanken ist, wissen die Fahrer nur zu gut.

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