Auf die Länge kommt es an

MÜNCHWILEN. Der Ornithologische Verein Münchwilen präsentierte übers Wochenende an der Thurgauer Kleintierausstellung Kaninchen, Geflügel und Tauben aus der gesamten Schweiz. Die Preisrichter hatten alle Hände voll zu tun.

Maya Heizmann
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Die Kaninchen-Experten Felix Hardegger und Mirko Solari beurteilen in der Waldegg-Halle einen «Schweizer Schecken». (Bild: Maya Heizmann)

Die Kaninchen-Experten Felix Hardegger und Mirko Solari beurteilen in der Waldegg-Halle einen «Schweizer Schecken». (Bild: Maya Heizmann)

MÜNCHWILEN. Die Kleintierausstellung war nicht zu verfehlen, denn schon von weitem war das laute Krähen der vielen Hähne in der grossen Sporthalle Waldegg zu hören.

Experte seit 25 Jahren

Nebst der Kantonalen Kaninchenstämmeschau und der Vereinskonkurrenz Sirnach-Münchwilen waren Züchter der Schweizer Clubs der Blau- und Weisswiener Rassekaninchen, der Kalifornier und der Neuseeländer, der Russenkaninchen und der Deutschen Zwerghühner zu Gast. Von Hermelin, Loh, Sachsengold, Schweizer Feh über Holländer, Rhön, Chinchilla, Russen bis zum Farbenzwerg und mehr: 13 Experten hatten alle Hände voll zu tun, um die Rassekaninchen nach ihren Standards zu bewerten.

Felix Hardegger ist seit 25 Jahren Experte für Kaninchen. Er hat ein prächtiges Schweizer Scheck-Kaninchen vor sich auf dem Tisch. Zuerst wird die Nummer kontrolliert, danach wird das schwarzweisse Tier nach seiner Gesamterscheinung beurteilt. Der Kopf sollte markant, dicht an den Schultern anliegend sein und eine breite Stirn aufweisen. Die Ohren müssen aufrecht stehen und behaart sein, auch die Länge der Ohren ist wichtig, sie sollte zwischen 16,5 und 18 Zentimeter betragen. Nun wird das Kaninchen auf den Rücken gelegt, um das Becken, die Hinterläufe wie auch die Bauchlinie zu überprüfen. Ebenso gibt es Punkte für die Kopf- und Rumpfzeichnung. Auch das Fell spielt eine Rolle, es sollte dicht, voll, griffig, mit viel Unterwolle und reichlich Deck- und Grannenhaare versehen sein. Alles muss nach den rassetypischen Standards stimmen. Die höchste Punktzahl 100 wird nie erreicht, doch 97 Punkte sind ein sehr gutes Zuchtergebnis. Die meisten Kaninchen sind diese Prozedur gewohnt und lassen sie ruhig über sich ergehen.

Exakt zwölf Schwanzfedern

So ist es auch beim Geflügel und bei den Tauben, wo zehn Preisrichter die Tiere beurteilten. «Das Gefieder der Tauben ist ein wahres Kunstwerk», sagt Preisrichter Paul Huber. «Ob Thurgauer Mönch, Thüringer Schnippe, Thüringer Flügel gelb fahl gehämmert oder Süddeutsche Blassen; jede Taube sollte genau zwölf Schwanzfedern aufweisen», bemerkte er.

Übers Wochenende wurde die Vielfältigkeit der 1566 Kleintiere von den zahlreichen Besuchern bewundert ebenso die schönen Handarbeiten am Fellnähstand. Zudem präsentierten Mitglieder der Vereinigung Fleischverwertung Kleintiere Schweiz Köstliches aus ihrer Produktepalette.

Vier Jahre vorbereitet

«Vier Jahre Vorbereitungszeit brauchte es, um eine solch grosse Ausstellung auf die Beine zu stellen», sagt Marcel Varga, Vereinspräsident OV Münchwilen. Ohne die vielen freiwilligen Helfer aus den eigenen Reihen und aus den Münchwiler Vereinen wäre die Austragung dieses Wettbewerbs in solch einem grossen Umfang schlicht unmöglich, erklärte er.