Auf der Suche nach Erinnerungen

Morgen Abend lädt der Theaterverein zu «Die Dinge meiner Eltern» ins Stadtcasino ein. Die Inszenierung der Hamburger Kammerspiele ist ein Solostück von und mit Gilla Cremer.

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Eine Szene aus «Die Dinge meiner Eltern». (Bild: Arno Declair/PD)

Eine Szene aus «Die Dinge meiner Eltern». (Bild: Arno Declair/PD)

Agnes steht im Haus ihrer verstorbenen Eltern. Hier ist sie aufgewachsen, hier haben Vater und Mutter 60 Jahre lang gewohnt – nun muss es geleert werden. Wo fängt man an? Im Keller oder im Estrich? An jedem Gegenstand scheint noch so viel Leben zu hängen, ein vertrauter Geruch oder eine Geschichte. Behalten? Verschenken? Verkaufen? Wegwerfen? Erinnerungen an die Familie und die eigene Kindheit springen aus Schubladen und Schränken. Agnes stolpert über Briefe und Tagebücher, die nicht für sie bestimmt waren. «Was vom Leben übrig bleibt, kann alles weg», hatte ihr ein Entrümpelungs-Profi geraten. Wenn das so einfach wäre. Theater, das Raum lässt für die Suche nach eigenen Wahrheiten.

«Die Dinge meiner Eltern» ist ein Solostück von und mit der Schauspielerin und Theaterautorin Gilla Cremer. Sie ist bekannt für ihr feinfühliges Spiel und ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit. Cremer machte in ihren sozialkritischen Stücken mit widersprüchlichen Frauenfiguren auf sich aufmerksam und beleuchtete dabei jeweils die deutsche Befindlichkeit ab 1933. Die Inszenierung der Hamburger Kammerspiele (Regie: Dominik Günther) beginnt morgen Donnerstag um 19.30 Uhr im Frauenfelder Stadtcasino. Ab 18.45 Uhr gibt es im Hotel Blumenstein ein Einführungsreferat von Heinz Hafner. (red)

Billette bei Witzig The Office Company (Rheinstrasse 10) oder an der Abendkasse. www.theaterverein-frauenfeld.ch