Auf der Suche nach der Berufung

Damit die Sekundarschüler aus Frauenfeld einen Blick in die Arbeitswelt werfen können, findet jedes Jahr ein Berufswahlparcours statt. Dabei dürfen die Jugendlichen in verschiedenen Betrieben selbst mit anpacken, so wie in der Firma Cofely in Frauenfeld.

Marion Wehrli
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Chefmonteur Köbi Frei zeigt dem Sekundarschüler Lukas Oberholzer, worauf er bei der Arbeit mit dem Schweissbrenner achten muss. (Bild: Stefan Hilzinger)

Chefmonteur Köbi Frei zeigt dem Sekundarschüler Lukas Oberholzer, worauf er bei der Arbeit mit dem Schweissbrenner achten muss. (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Funken sprühten, ein Lappen brannte, aber der Versuch war von Erfolg gekrönt. In diesem Jahr hatten sich 127 Firmen im Rahmen des Berufswahlparcours (siehe Kasten) bereit erklärt, den Sekundarschülern der Region Frauenfeld einen Tag lang ihren Betrieb vorzustellen. Dazu gehörte auch die Firma Cofely, die am Donnerstagmorgen vier Schülern die Berufe Heizungs- und Sanitärinstallateur näherbringen wollte.

Damit sich die Schüler ein genaueres Bild der zwei Berufe machen konnten, durften sie von Beginn an selbst Hand anlegen. Das Ziel war es, unter der Anleitung von Chefmonteur und Berufsbildner Köbi Frei und Lehrling Jessica Frei eine Giesskanne und einen Kerzenständer selbst herzustellen. «Wir nehmen am Berufsparcours teil, weil wir bisher viele positive Eindrücke von unserem Betrieb übermitteln konnten», sagt Christin Egger, Verantwortliche des Lehrlingswesen der Cofely Frauenfeld. «Natürlich hoffen wir auch, dadurch neue Lehrlinge zu gewinnen.»

Sicher etwas auf dem Bau

Am Ende des Morgens konnten die Jugendlichen stolz ihr Endprodukt präsentieren. «Mir hat die Arbeit sehr viel Spass gemacht», sagt Schüler Lukas Oberholzer. «Ich weiss zwar immer noch nicht, was ich einmal werden möchte, aber es wird sicher etwas auf dem Bau.»

Esther Schiess freut das sehr. «Es ist toll, dass der Berufswahlparcours sich so etabliert hat und von den Schülern so gut genutzt wird», sagt die Lehrerin an der Sekundarschule Reutenen in Frauenfeld. Sie ist Mitverantwortliche des Berufswahlparcours, der in den vergangenen zwei Tagen rund um Frauenfeld stattfand. «Wir wollen den Jugendlichen mit diesem Angebot die Möglichkeit geben, neue Berufe kennenzulernen und herauszufinden, wohin sie ihr beruflicher Weg einmal führen könnte», sagt Schiess.

Den Horizont erweitern

Besonders beliebt seien die Berufe mit Tieren, diejenigen im kaufmännischen Bereich und solche in der Medizin, sagt Schiess. «Natürlich versuchen wir, allen Wünschen der Schüler nachzukommen, das ist jedoch schwer. Schliesslich kann man nicht zehn Schüler in eine Praxis schicken», sagt Schiess.

Manchmal sei es aber auch von Vorteil, wenn die Jugendlichen nicht nur ihren Traumberuf kennenlernen könnten. So würde sich der Horizont für andere Bereiche öffnen.

Schüler Pascal Kolb sagt dazu: «Natürlich will ich im Berufswahlparcours herausfinden, in welchem Beruf ich mich sehe. Für mich ist es aber wichtiger, dass ich in diesen Tagen Spass habe und neue Arbeiten kennen- lerne.» Der Berufswahlparcours helfe den Schüler auf ihrem Weg zum passenden Beruf sehr, sagt Schiess. Sie merke dies nicht nur an den positiven Rückmeldungen, sondern auch daran, dass einige Schüler ihre Lehre wirklich in einem Betrieb begannen, den sie durch dieses Angebot kennenlernen konnten.