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Der katholische Stadtpfarrer Benedikt Wey kehrt nach seinem längeren krankheitsbedingten Ausfall nicht mehr in sein Amt zurück. Er hat gekündigt, das Bistum Basel hat seine Demission bewilligt.

Mathias Frei
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Bischof Felix Gmür (links) nahm im September 2014 die Pfarrinstallation von Benedikt Wey in Frauenfeld vor. (Bild: Reto Martin (27. September 2014))

Bischof Felix Gmür (links) nahm im September 2014 die Pfarrinstallation von Benedikt Wey in Frauenfeld vor. (Bild: Reto Martin (27. September 2014))

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Am 14. Mai ist sein Frauenfelder Kapitel abgeschlossen. Dann findet der Verabschiedungsgottesdienst für den katholischen Stadtpfarrer Benedikt Wey statt. Beim Bistum Basel hat er um Demission gebeten, was bewilligt worden ist, bei der katholischen Kirchgemeinde Frauenfeld Plus hat er gekündigt. Die vergangenen Monate hätten ihm die eigenen Grenzen vor Augen geführt, schreibt Wey den Frauenfelder Pfarreiangehörigen. Das Passierte habe ihn wachgerüttelt. «Heute weiss ich, dass ich dazu neige, von mir zu viel zu verlangen.»

Vergangenen Juni hatte Wey eine Hirnblutung erlitten. Gesund und erholt konnte er im ­September sein Amt wieder aufnehmen – bis zum neuerlichen Ausfall Ende November. Ein Burn-out war schuld. Unterdessen sei er aber wieder zu Kräften gekommen, schreibt Wey. Der heute 38-Jährige stammt aus dem luzernischen Neudorf. Im Herbst 2012 wurde er Pfarradministrator der Katholischen Kirchgemeinde Frauenfeld Plus. Zwei Jahre später setzte ihn Bischof Felix Gmür als Frauenfelder Stadtpfarrer ein. Wey galt als Chrampfer. An der Schaffung des nun bestehenden Pastoralraums hatte er hauptverantwortlich mitgewirkt und so moderne Organisationsstrukturen geschaffen.

Seit März wirkt Priester aus Indien

Nach dem zweiten Ausfall Weys hatte das Bistum schnell reagiert. Bereits Anfang Dezember übernahm Joseph Kalamba die Seelsorge-Stellvertretung. Er unterstützte Vikar Hieronymus Kwure in den priesterlichen Diensten. Der Theologe Lukas Schönenberger wurde damals mit der Leitung der Pfarreiverwaltung betraut. Kwure und Schönenberger sind schon seit mehreren Jahren bei der Kirchgemeinde angestellt. Der Betrieb mit Stellvertretungen für die priesterlichen Dienste ist laut Lukas Leutenegger, Präsident der Kirchgemeinde, bis Ende Jahr aufgegleist. Auf Kalamba ist nun Priester Jacob Chanikuzhy gefolgt. Er wirkt seit Anfang März in der Pfarrei St. Anna und bleibt bis Ende Mai. Chanikuzhy ist im indischen Kerala geboren, hat dort und in Belgien studiert. Er arbeitete bereits in Pfarreien im Luzernischen und war im thurgauischen Berg während eines Jahrs Pfarradministrator. Zudem hat Chanikuzhy seit 2006 eine Professur am Priesterseminar von Kerala inne. Ab Juni wird dann Priester Josef Czobanczy übernehmen. Der gebürtige Ungar ist von früheren Stellvertretungen in Frauenfeld ­bekannt. Ausserdem wird der Frauenfelder Diakon Alex Hutter die Priester bei Taufspendungen, Eheschliessungen und beim Beerdigungsdienst unterstützen.

Bischofsvikar Heim hilft bei der Neubesetzung

Er bedaure Weys Weggang zutiefst, sagt Kirchgemeindepräsident Leutenegger. «Er hat unsere Pfarrei während der vier Jahre seines Wirkens geprägt.» Nun gelte es vorwärtszuschauen. Wie Leutenegger sagt, ist die Kirchgemeinde mit dem zuständigen Bischofsvikar Ruedi Heim daran, die vakante Pfarrstelle so bald als möglich wieder zu besetzen. Die Stelle wurde auch in der «Schweizerischen Kirchenzeitung» ausgeschrieben. Gesucht wird für die 100-Prozent-Anstellung gemäss Inserat ein Pfarrer respektive ein Gemeindeleiter oder eine Gemeindeleiterin.