Auf der Bühne des «Löwen»

DIESSENHOFEN. Gabriele Caduff und Rolf Riedweg sind bekannte Grössen im Kulturleben. Weil sie einen Unterschlupf für ihre Produktion suchten, mieteten sie die Räume des «Löwen» in Diessenhofen. Daraus ist eine Kulturgaststätte erwachsen.

Gudrun Enders
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Wirtin Gabriele Caduff und Tontechniker Rolf Riedweg sitzen in ihrer Kulturstube. Im Hintergrund sieht man die Lichtanlage der Kleinkunstbühne. (Bild: Nana do Carmo)

Wirtin Gabriele Caduff und Tontechniker Rolf Riedweg sitzen in ihrer Kulturstube. Im Hintergrund sieht man die Lichtanlage der Kleinkunstbühne. (Bild: Nana do Carmo)

Ein Restaurant war nie das Ziel. Als Gabriele Caduff die Produktion «Wie einst Oliver Twist» 2011 zum zweitenmal auf die Bühne brachte, suchte sie damals einfach Räume. Also mieteten sie den ehemaligen «Löwen» als Proberaum, Produktions-Büro und Lager.

Doch dann war die Produktion abgeschlossen, und Gabriele Caduff organisierte erste Veranstaltungen im «Löwen» und betrieb eine Besenbeiz dazu. «Wir sind dann in den Betrieb hineingewachsen», sagt sie. Die Öffnungszeiten verlängerten sich, und die Gäste verlangten Essen. «Meine Mutter war Köchin, da blieb mehr hängen, als ich dachte.» Gabriele Caduff lernte kochen und machte das Wirtepatent. Inzwischen herrscht im «Löwen» ein normaler Restaurantbetrieb mit Mittagsmenü. Dazu kommen Sprachencafé, Kleinkunstbühne und sogar Kino. Montags wird im Saal ein Film gezeigt. Bislang war Charly Chaplins Diktator der Publikumsrenner. Caduff plant, demnächst eine Serie mit alten Schweizer Filmen zu starten.

Künstler auf Kleinkunstbühne

Auch die Kleinkunstbühne im «Löwen» hat sich bewährt. «Bei uns ist der Ton perfekt. Das spricht sich unter den Künstlern herum», sagt Caduff. Ihr Mann Rolf Riedweg betreibt ein Tonstudio, in dem unter anderem drei CDs von Gölä entstanden. Acht Jahre arbeitete Riedweg als Tonmeister im Schauspielhaus Zürich, zudem betreute er den Ton von zwölf grossen Freilichtspielen. Im «Löwen» trat schon zweimal die Rockabilly Band mit Johnny Trouble auf. «Das war sensationell», sagt Caduff. Auch der Clown Alexey Mironov stand schon auf der Leuen-Bühne oder die Roten Rösli, die mit Witz Schweizer Volkslieder singen.

Die Vielseitigkeit bringt's

Immer wieder buchen Gesellschaften den «Löwen» für eine Feier mit Essen und Kleinkunst. Da die beiden Kultur-Profis Caduff und Riedweg viele Künstler live erlebt haben, profitieren ihre Gäste von dieser Erfahrung.

Diese Vielseitigkeit hat sich bewährt. «Denn an einem ganz normalen Abend im Restaurant läuft nicht so viel», sagt Caduff. Dagegen kommen Spezialveranstaltungen gut an. Der Whisky-Abend mit Kenner Werner Fuchs etwa war rasch ausgebucht und erfährt bald eine zweite Auflage.

Der «Löwen» ist zudem eine Brutstätte für kulturelle Ideen. Als Erich Milz, Gründer der Künstlergruppe Diessenhofen, einmal im «Löwen» sass, kam man auf die Diessenhofer Festspiel-Tradition zu sprechen. Das war die Geburtsstunde des neuen Festspiels «Schwarzes Gold». Das Drehbuch hat die Wirtin geschrieben.

www.kulturstubeloewen.ch

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