Auf dem Weg in die Blockade

Ein entspannter Sommer vor einem politisch heissen Herbst: Lange sah es so aus, als würde dieser Wunsch für die Verkehrspolitiker im Kanton in Erfüllung gehen. Doch daraus wird nichts, ganz im Gegenteil. Nachdem am Freitag St.

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Ein entspannter Sommer vor einem politisch heissen Herbst: Lange sah es so aus, als würde dieser Wunsch für die Verkehrspolitiker im Kanton in Erfüllung gehen. Doch daraus wird nichts, ganz im Gegenteil. Nachdem am Freitag St. Galler und Oberthurgauer Gemeinden mit brisanten Vorschlägen in die Sommerpause gestartet waren, doppelte gestern das Kreuzlinger Komitee «Südumfahrung zuerst» nach. Beide Seiten wollen die Verbindung zwischen Kreuzlingen und St. Gallen aufwerten. Der Thurgauer Bau- und Umweltdirektor Jakob Stark hatte sich die Strassenplanung anders vorgestellt: Lange hielt der Konsens, der von der klaren Priorität einer neuen Hochleistungsstrasse im Thurtal, der Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS), und dem Bau einer Oberlandstrasse (OLS) zwischen Kreuzlingen und Oberaach ausging, sobald dort das Verkehrsaufkommen deutlich steigt.

Doch genau diese Pläne erweisen sich jetzt als Stolperstein. Denn nicht zu Unrecht drängen die Seegemeinden darauf, entlastet zu werden. Zwar ist der Verkehr am Obersee noch nicht so störend wie in den Thurtalgemeinden, aber die Belastung steigt. Klar sind jedenfalls die Folgen: Je uneinheitlicher die Befürworter neuer Strassen auftreten, desto gefährdeter ist der Netzbeschluss von Regierung und Grossem Rat. Diese werden Mühe haben, die Bevölkerung vom Sinn neuer Strassen zu überzeugen, wenn zu viele konkurrierende Pläne im Spiel sind. Höchste Zeit, dass sich die Strassenbefürworter zusammenraufen. Marc Haltiner

m.haltiner@thurgauerzeitung.ch