«Auf Bussen gibt's 25 Prozent Rabatt»

Mit Strafzetteln nehmen es die Menschen in Abu Dhabi nicht so genau. Auch sonst läuft das Leben am Persischen Golf ein wenig anders ab als hier. Seit mehr als zehn Jahren lebt Jeannine Ballabio aus Märstetten mit ihrer Familie in der Megacity, geniesst das permanent schöne Wetter und die internationale Gesellschaft.

Donat Beerli
Drucken
Teilen
Jeannine Ballabio in ihrem Heim in Abu Dhabi. (Bild: pd)

Jeannine Ballabio in ihrem Heim in Abu Dhabi. (Bild: pd)

ABU DHABI. In Abu Dhabi ist es warm. Sehr warm. «44 Grad im Moment», sagt Jeannine Ballabio. Der Märstetterin macht die Hitze nichts mehr aus. «Den Nebel, den Regen und die Kälte vermisse ich nicht.» Seit 2004 lebt Ballabio mit ihrem Mann und den zwei Kindern in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Er bekam damals ein Jobangebot einer Bank – die Ballabios packten ihre Koffer und leben seither an der Küste des Persischen Golfs.

Bereut hat es die ehemalige Frauenfelder Kantonsschülerin noch nie. «Sie haben Unglaubliches erreicht in den letzten 50 Jahren, da könnten wir uns ein Beispiel nehmen.» Tatsächlich war Abu Dhabi in den 60ern eine kleine Inselstadt, teilweise ohne Elektrizität oder Kanalisation. Dann kam der Ölboom und damit das Geld. Heute leben über 600 000 Menschen in einer der modernsten Städte der Welt.

Abu Dhabi ist anders. In so mancher Hinsicht. Ein Beispiel: Wer zu schnell fährt oder falsch parkt, bekommt am nächsten Tag eine SMS vom Departement für Transport mit der Bitte, in Zukunft die Strassenregeln besser zu beachten. Eine Busse gibt's trotzdem, bezahlen kann man dann mittels Link. Tut man das rechtzeitig, gebe es noch 25 Prozent Rabatt, sagt die Thurgauerin. «Während des Ramadans waren es sogar 50 Prozent.»

Ballabio schätzt die internationale Gesellschaft, in der ihre Kinder aufwachsen. «Wir hatten Klassen mit 18 Kindern, und nicht eines war aus demselben Land.» Trotzdem: Diesen Sommer neigt sich das Abenteuer am Persischen Golf dem Ende zu. Sohn Sascha will an die HSG, Tochter Leila an die Kanti Frauenfeld.

Bild: DONAT BEERLI

Bild: DONAT BEERLI