Auch Steckborn hat Expo-Träume

Die Verantwortlichen lassen uns mit dem Projekt <Expedition 27> im Abseits stehen!», fasst unser Stadtpräsident den Expo-Entscheid zusammen. «Dabei könnte man hier auf dem neuen Dampfschiff wunderbar feiern.

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Die Verantwortlichen lassen uns mit dem Projekt <Expedition 27> im Abseits stehen!», fasst unser Stadtpräsident den Expo-Entscheid zusammen. «Dabei könnte man hier auf dem neuen Dampfschiff wunderbar feiern.» Ich sitze auf dem Fenstersims des Steckborner Rathauses und belausche die Krisensitzung, an der neben dem Hausherrn noch Paul Kerner vom örtlichen Gewerbeverband und Claudia Brunner von Tourismus Untersee teilnehmen. «Säntis, St. Gallen und Romanshorn – was haben die schon zu bieten?», wirft Kerner in die Runde. «Sylvesterchläuse haben wir keine, das Städtische von St. Gallen fehlt uns und mit der Weite des Obersees können wir nicht mithalten.»

Der Stadtpräsident seufzt. «Ich fürchte, die Expo 27 findet ohne Steckborn statt.» «Dabei hätten unsere Firmen mehr als Gewerbeausstellungen zu bieten. Unsere Fischchnuschperli sind besser als diejenigen vom Obersee, mit einer saftigen Treberwurst und einem Holzofenpürli schlagen wir jede Olmabrodwoascht.» Die Tourismusfrau legt ein Dossier auf den Tisch. «Es ist noch nicht alles verloren, meine Herren. Schauen Sie sich die zweite und die dritte Ziffer der Steckborner Postleitzahl mal an.» Der Stadtpräsident schreibt 8266 auf ein Blatt und unterstreicht die 26 rot. «Was wollen Sie damit sagen?» «Die Expo findet im Jahr 27 statt. Wir führen unsere grosse Schau einfach ein Jahr vorher durch und nehmen so der Konkurrenz den Wind aus den Segeln», erklärt Claudia Brunner.

Der Stadtpräsident reibt sich die Hände. «Wenn wir vorher starten, kassieren wir auch ordentlich Sponsorengelder. Dem Projekt <Dampfschiff> steht nichts mehr im Weg.» «Höchstens der Name, es braucht da schon etwas Peppigeres. Wie wäre es mit <Steam-Dream 26>??» «Damit versenken wir die <Expedition 27>.»