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«Auch Männer sind Opfer»

Nachgefragt

Die Thurgauer Psychologin und Forensikerin Monika Egli fordert neue Beratungsstellen für den Mann.

Frau Egli, warum gibt es für Männer nur Beratungsstellen, die sich um Gewalt drehen?

Das ist ein typisches Vorurteil. Der Mann ist Täter, die Frau ist Opfer. Natürlich stimmt das zu einem grossen Teil, zumindest körperlich. In 80 Prozent der Fälle ist der Mann derjenige, der der Frau körperlich etwas antut. Das heisst aber nicht, dass nicht auch Männer Opfer werden.

Hören das die Männer gern?

Nein, gar nicht. Und das ist ein Problem. Ein Mann, der Opfer ist, ist immer noch ein grosses gesellschaftliches Tabu. Es passiert aber trotzdem. Männliche Opfer sind eine Realität. Das müssen wir thematisieren.

Und wie?

Indem wir natürlich gesellschaftlich Verantwortung übernehmen und darüber sprechen. Den Mann nicht als nur stark ansehen oder als jemanden, der immer alles im Griff haben muss. Und wir brauchen neue Beratungsstellen, die sich klar an männliche Opfer richten. Das hilft zu sensibilisieren. Der Mann braucht einen Ort, an dem es klar akzeptiert ist, dass er auch mal schwach sein darf.

Darf er das sonst im Alltag nicht?

Männer haben Mühe, Mann zu sein. Weil gar nicht mehr klar ist, was das heisst. Muss ich stark sein? Weinen? Ein guter Vater sein? Held? Der Mann muss sich auf eine neue Suche nach seiner Männlichkeit begeben. (ami)

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