Auch die neuen Pläne ernten Kritik

MATZINGEN. Die Rösslikreuzung ist Matzingens grösste Herausforderung. Die zweite Auflage – gegen die erste Variante gab es viele Einsprachen – gefällt ebenfalls nicht allen. Versöhnlicher zeigen sich die Matzinger gegenüber dem Mühle-Bauprojekt.

Markus Zahnd
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Bei der Rösslikreuzung muss eine Bahnschranke gebaut werden. Die Folge davon ist eine Lichtsignalanlage am stark frequentierten Knotenpunkt. (Bild: Reto Martin)

Bei der Rösslikreuzung muss eine Bahnschranke gebaut werden. Die Folge davon ist eine Lichtsignalanlage am stark frequentierten Knotenpunkt. (Bild: Reto Martin)

Es sind teils heftige Worte, die am Mittwoch in Matzingen fallen. An einem äusserst gut besuchten Informationsabend stellen Vertreter von Gemeinde und Kanton die neuen Pläne betreffend Rösslikreuzung vor – und ernten dabei nicht nur Lob, sondern auch Kritik.

Gemeindeammann Walter Hugentobler weiss um die Schwierigkeit des Themas. «Es ist klar, dass der Vorschlag nicht jedem gefällt. Schliesslich sind immer Einwohner betroffen. Aber eines ist klar: Eine Lösung muss her», sagt er in seinem Schlusswort. Denn der Bahnübergang muss wegen Bestimmungen des Bundes gesichert werden, das verlangt wegen des hohen Verkehrsaufkommens nach weiteren Massnahmen. «Das ist eine grosse Herausforderung», sagt auch Benedikt Eberle vom kantonalen Tiefbauamt. Der Kanton habe einige Simulationen gemacht, und dabei sei eines klar gewesen: «Ohne Lichtsignal geht es nicht.»

Gegen das Linksabbiegeverbot

Vor drei Jahren begann die Planung. Doch bei der ersten Auflage Ende 2012 gingen diverse Einsprachen ein – unter anderem von der Gemeinde selber. Verschiedene Punkte hätten dem Gemeinderat nicht gepasst, sagt Beat Büchel, zuständig für das Ressort Tiefbau und Verkehr. Zum Beispiel das Linksabbiegeverbot in die Altholzstrasse oder die Plazierung des Lichtsignals auf der Hauptstrasse. Ausserdem verlangte die Gemeinde verkehrsberuhigende Massnahmen auf der Oberdorfstrasse, um damit einen möglichen Schleichweg unattraktiv zu machen.

Nun liegen im Bauamt die angepassten Pläne öffentlich auf. Die Lösungsvorschläge der Gemeinde sind dabei vollumfänglich aufgenommen worden: Das Lichtsignal auf der Hauptstrasse wurde in beide Richtungen einige Meter von der Kreuzung weggeschoben. Ein Linksabbiegeverbot in die Altholzstrasse ist nicht mehr vorgesehen, dafür gibt es auf der Höhe des Schulhauses Chatzebuggel eine Sackgasse. Geplant sind auch Massnahmen für die Oberdorfstrasse. Dass es eine Bahnschranke gibt, ist ohnehin vorgeschrieben.

Gemeinde zahlt nichts

An der Schranke stört sich denn auch niemand. Diskutiert wird aber über die Sackgasse, diese stört Anwohner sowie einen Landwirt. Andere denken an die Schüler – sowohl an jene zu Fuss als auch an jene mit Velos. Gerade in der Mittagszeit habe es durch die Schranke noch mehr Autos, das sei noch gefährlicher. Eine Mutter schlägt vor, dass Erwachsene zur Mittagszeit beim Fussgängerstreifen den Verkehr regeln könnten. Das gebe es auch in anderen Gemeinden. Für Hugentobler wäre das eine der «unkonventionellen Massnahmen», an die man angesichts der schwierigen Ausgangslage denken müsse.

Ein Redner wirft dem Gemeinderat vor, keinen Mut für eine bessere Lösung zu haben und nur sparen zu wollen. Doch sollten die Pläne, wie sie jetzt aufliegen, realisiert werden können, müsste die Gemeinde nichts bezahlen. 15 Prozent der insgesamt 610 000 Franken gingen zu Lasten der Frauenfeld-Wil-Bahn, den Rest würde der Kanton bezahlen, da sowohl St. Galler- als auch Stettfurterstrasse Kantonsstrassen sind. Laut Eberle würde der Kanton auch die verkehrsberuhigenden Massnahmen auf der Oberdorfstrasse bezahlen.

Völlig offen ist jedoch, wie der Zeitplan aussieht. Eberle spricht davon, dass im besten Fall im Herbst bereits eine Bewilligung vorliegt. Hugentobler aber rechnet mit erneuten Einsprachen, ausserdem müssen Gemeinde, Kanton und der Bund die Pläne bewilligen. Das letzte Wort in dieser Diskussion ist daher wohl noch nicht gesprochen – es dürften weitere heftige folgen.

Walter Hugentobler Gemeindeammann Matzingen (Bild: Nana do Carmo)

Walter Hugentobler Gemeindeammann Matzingen (Bild: Nana do Carmo)