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ATOMMÜLL: Atommüll-Endlager: Thurgauer Regierung fordert vertiefte Abklärung zu Tiefenerosion

Die Regierung des Kantons Thurgau äussert sich im Rahmen der Vernehmlassung zur zweiten Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager. Es geht um die Endlagerung radioaktiver Abfälle.
Ein Warnschild für Radioaktivität klebt im AKW Mühleberg. (Bild: PETER SCHNEIDER (KEYSTONE))

Ein Warnschild für Radioaktivität klebt im AKW Mühleberg. (Bild: PETER SCHNEIDER (KEYSTONE))

Bis das letzte Atomkraftwerk vom Netz geht, werden jedes Jahr 75 Tonnen abgebrannter Brennelemente anfallen. Am Schluss werden es über 4000 Tonnen radioaktiver Abfälle sein. Doch die Frage ist: Wohin damit? Seit Jahrzehnten sucht die Schweiz nach einer Lösung für diesen Atommüll. Für die Endlagerung in geologischen Tiefenschichten kommen derzeit noch drei Standorte in Frage: Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost, das an den westlichen Thurgau grenzt. Ursprünglich wurden sechs Standorte geprüft.

Bis die Lagerstätten zur Verfügung stehen, dürften aber noch rund 40 Jahre vergehen. Das Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle soll gemäss Bund 2050, jenes für hochradioaktive Abfälle 2060 in Betrieb gehen. Frühester Baubeginn ist 2045.

Der Sachplan geologische Tiefenlager (SGT) legt den Ablauf für die Suche nach Standorten für künftige Tiefenlager radioaktiver Abfälle fest. Die zweite Etappe wird voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen sein. Nun äussert sich der Regierungsrat des Kantons Thurgau in einer Vernehmlassungsantwort an das Bundesamt für Energie zu dieser Etappe des Ergebnisberichts.

Tiefenerosion ungenügend abgeklärt

Der Regierungsrat hält in seiner Antwort an den Bund fest, dass insbesondere beim Standort Zürich Nordost, vom dem der Thurgau betroffen ist, die mögliche Tiefenerosion ungenügend abgeklärt worden sei. Für die Auswahl des definitiven Standortes sei es jedoch unabdingbar, in der noch folgenden dritten Etappe der Tiefenerosion die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Im Weiteren verlangt der Regierungsrat, dass die bautechnischen Möglichkeiten, die möglichen Lagerkonzepte und die damit verbundenen Risiken umfassend abgeklärt werden, bevor ein Standortentscheid gefällt wird.

In Etappe drei muss die Nagra, die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle, die Vor- und Nachteile eines Kombilagers für beide Abfallkategorien prüfen. Auf dieser Basis entscheidet die Nagra wohl 2022, für welche Standorte sie ein Rahmenbewilligungsgesuch ausarbeiten will. Die Einreichung des Rahmenbewilligungsgesuchs ist allerdings erst im Jahr 2029 vorgesehen. Erst dannzumal sollen die Vorschläge wieder in eine Vernehmlassung gehen. Das ist nach Ansicht des Thurgauer Regierungsrates viel zu spät, wie er in seiner Antwort an den Bund schreibt. Eine derart lange Zeit der Unsicherheit sei für die Regionen und Kantone nicht zumutbar.

Finanzielle Abgeltungen sind wichtig

Was die Unterstützung der betroffenen Regionen betrifft, begrüsst es der Regierungsrat, dass bereits in der zweiten Etappe Studien zu den sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen durchgeführt werden. Zudem sei es für die Akzeptanz eines Tiefenlagers in den Regionen unabdingbar, dass finanzielle Abgeltungen geleistet werden. Ein Ausbleiben von Abgeltungen würde das Risiko des Scheiterns des ganzen Prozesses erhöhen.

Schliesslich empfiehlt der Regierungsrat, die Entschädigungen für die Mitwirkung der Kantone nicht wie geplant zu kürzen. Die Kantone und Regionen hätten sich im bisherigen Verlauf des SGT stark engagiert und dieses Engagement übersteige den üblichen Aufwand bei der Mitwirkung eines Sachplanverfahrens bei weitem. (red)

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