Atomenergie: «Energiestadt Eschlikon macht einen schlechten Eindruck»

Die Eschliker Grünen wollen schrittweise aus der Atomenergie aussteigen. Sie schlagen vor, den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix auf 100 Prozent zu erhöhen.

Christoph Oklé
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Energiestadt-Label am Dorfeingang. (Bild: cho)

Energiestadt-Label am Dorfeingang. (Bild: cho)

Eschlikon. Seit acht Jahren rühmt sich Eschlikon mit dem Label Energiestadt. Was bedeutet Energiestadt eigentlich? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um das Label tragen zu können? Welche Anstrengungen unternimmt Eschlikon, um das Label zu behalten? Am Donnerstagabend lud die Grüne Partei Eschlikon nach ihrer Mitgliederversammlung zu einem Informationsabend ins Restaurant Post. Die Referenten waren Kurt Egger, Programmleiter von Energiestadt Schweiz, und der Eschliker Gemeinderat Bernhard Braun, der bis Ende Mai für das Energiestadt-Label zuständig war. Mit Energie, konkret dem Strommix in der Gemeinde, hatten sich die Mitglieder der Grünen bereits zuvor an ihrer Versammlung befasst. Hintergrund waren die aktuellen energiepolitischen Ereignisse. Die Grünen formulierten einen Antrag an den Gemeinderat, weniger auf Atomstrom und mehr auf erneuerbare Energie für Eschlikon zu setzen.

Die Partei schlägt vor, den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkaufs-Strommix von heute knapp 21 Prozent wesentlich zu erhöhen, um spätestens im Jahr 2015 100 Prozent zu erreichen. Der Strompreis würde sich dabei um lediglich rund 0,3 Prozent erhöhen. Dies werde von der grossen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. «Es macht als Energiestadt einen ausserordentlich schlechten Eindruck, wenn der Bevölkerung ein Strommix mit fast 80 Prozent Kernenergie zugemutet wird», heisst es denn auch im Antrag an den Gemeinderat.

250 Städte machen mit

Programmleiter Kurt Egger informierte über Grundsätzliches zum Thema Energiestadt. Dabei wies er darauf hin, dass in den beteiligten 250 Städten und Gemeinden 3, 5 Millionen Menschen leben, was einem Anteil von 44 Prozent der Schweizer Bevölkerung entspricht. Der Massnahmenkatalog für die Zertifizierung sei wohl über die Jahre hinweg gleich geblieben, was sich aber verschärft habe, seien die Bewertungen, da einige der Anforderungen mittlerweile zum gesetzlichen Standard gehörten.

Erneuerung Ende Juni

Gemeinderat Bernhard Braun, bis Ende Mai zuständig für das Ressort Umwelt und öffentlicher Verkehr und somit für das Energiestadt-Label, erinnerte daran, dass Eschlikon das Energiestadt-Label 2003 erhalten und 2007 erneuert hatte. Ende Monat stehe nun ein Re-Audit an, das man bestimmt bestehen werde, zeigte er sich überzeugt. Im Bereich Verkehr sei Eschlikon mit dem Halbstundentakt der Bahn stark. Mit dem Erhalt des Zweistundentakts des Busses durch Wallenwil sei man ebenfalls erfolgreich gewesen, was sich an der Passagierfrequenz zeige. Mit einer LED-Strassenbeleuchtung liege Energiesparpotenzial drin. tglokal 45

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