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Asiatischer Schädling Citrusbockkäfer: Die Gefahr ist noch nicht ganz gebannt

SIRNACH. Heute ist der letzte Tag, an dem sie suchen. Spürhundeführer Joël Sorg und Kollege Daniel Hagemeier ziehen von Ahorn zu Kastanie, von einem Haus zum andern, quer durch das Sirnacher Quartier Untermatt. «Wir hoffen, nichts zu finden», sagt Sorg.
Tanja von Arx

SIRNACH. Heute ist der letzte Tag, an dem sie suchen. Spürhundeführer Joël Sorg und Kollege Daniel Hagemeier ziehen von Ahorn zu Kastanie, von einem Haus zum andern, quer durch das Sirnacher Quartier Untermatt. «Wir hoffen, nichts zu finden», sagt Sorg. Er weist seinen Schäfer Enduro van de Niwo wiederholt an, zu schnuppern nach dem Insekt, das sämtliche Laubholzbäume ausrotten kann: der Citrusbockkäfer (CLB).

«Nichts Verdächtiges»

«Bis jetzt haben wir nichts Verdächtiges gefunden», sagt Hermann Brenner, Leiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes, auf Anfrage. Er betont: «Weder Käfer, Larven noch Eiablagen.»

Brenner hatte mit dem Bund Anweisung gegeben, Spürhunde nach dem asiatischen Schädling loszuschicken. Denn im August hatte Beatrice Villiger – wohnhaft an der Sirnacher Erlenstrasse – mit ihren vier Töchtern einen CLB auf der Terrasse entdeckt. Die 39-Jährige wollte am Mittagstisch telefonieren. «Mein Handy bewegt sich!», schoss es ihr da durch den Kopf: Glänzend schwarz mit weissen Punkten, gross wie die Hand eines ihrer Mädchen und mit langen Fühlern lag der Käfer da.

«Seit Ende September haben die Spürhundeführer jeden Mittwoch gesucht», sagt Brenner vom Pflanzenschutz, «fünf ganze Tage lang, seit die Meldung zum Fund von Frau Villiger einging.» Eigentlich wäre die Suchaktion – die Flugzeit der Käfer erstreckt sich von April bis Oktober – schon letzten Mittwoch beendet gewesen. «Da war es aber zu windig; wir konnten das Ergebnis, basierend auf dem Geruchssinn der Hunde, nicht sichern.»

Daniel Hagemeiers Labrador und Joël Sorgs holländischer Schäferhund sind, ähnlich wie Drogenhunde, darauf trainiert, speziell den CLB-Käfer- und Larvengeruch auszumachen. Die Tiere suchen bis in sechs Metern Höhe in Laubbäumen – der Käfer legt seine Eier an Stamm und Wurzeln von über hundert Sorten. Die Larven fressen sich während ihrer Wachstumszeit durch den Baum, und die Pflanze stirbt binnen Jahren ab.

Suche geht in zweite Runde

«Der Käfer überlebt zwar nur drei Monate», sagt der Spürhundeführer Hagemeier, «seine Larven bleiben aber gut zwei Jahre in der Rinde des Baums zurück.» Falls es sich bei dem Fund in der Sirnacher Untermatt um ein begattetes Weibchen handelte, das seine Eier an einem Baum ablegte, «ist es möglich, dass sich Larven und später Käfer daraus entwickeln und sich der CLB ausbreitet.»

Auch wenn die Spürhunde heute, ein letztes Mal, nichts finden, geht die Suchaktion deshalb nächstes Jahr in eine zweite Runde. «Das während der Vegetationszeit der Bäume», sagt Brenner vom kantonalen Pflanzenschutzdienst. Er bilanziert jedoch: «Aufgrund der bisherigen Ergebnisse besteht mit grösster Wahrscheinlichkeit keine Gefahr für die Bäume in Sirnach und der nahen Umgebung durch den Citrusbockkäfer.»

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