ARTENSCHUTZ: Rettet den Milchfleck!

Auf der kantonalen Liste geschützter Tiere und Pflanzen finden sich teils kuriose Namen. Ranger Alfons Schmidlin kennt viele davon. Er erklärt, wie Einzelne sich für die gefährdeten Arten einsetzen können.

Géraldine Bohne
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Géraldine Bohne

Amy Douglas

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Kuhnelke, Stinkende Nieswurz, Kommafalter, Warzenbeisser –lustig klingen sie alle. Es sind Namen von Tieren und Pflanzen, die auf der kantonalen Liste für geschützte Arten aufgeführt sind. Und es sind nur wenige davon. Doch hinter den komischen Namen stecken traurige Fakten. All diese fröhlich klingenden Organismen sind in ihrem Bestand bedroht, vor allem durch den Menschen.

«Den meisten fehlt es an saurem Boden»

Alfons Schmidlin, Aufseher des Naturschutzgebietes Allmend Frauenfeld, weiss über viele der geschützten Pflanzen und Tiere Bescheid. Sie sind überall im Thurgau zu finden. Auch im eigenen Schutzgebiet in der Allmend habe es viele geschützte Pflanzen wie die Steinsamen oder auch die Eiköpfige Binse.

«Viele leben in Sumpfgebieten. Doch diese werden immer seltener», sagt Schmidlin. Gewisse Pflanzen können nur in saurem Boden überleben. Aufgrund häufiger Überschwemmungen der Thur wurden aber viele Gebiete trockengelegt, daher fehlt es heute reichlich an Moor- und Sumpfgebieten. Das hat Auswirkungen auf die Tiere, die abhängig von bestimmten Pflanzen sind. «Teile der ganzen Vernetzung fehlen», sagt Schmidlin. Der häufigste Grund des Schutzes sind die speziellen Standorte, die verschiedene Arten brauchen. Ein weiterer wesentlicher Grund sei, dass gewisse Pflanzen sich gegen andere nicht durchsetzen können. Das bedeutet: Wenn eine andere Pflanze die gleichen Nährstoffe benötigt, nimmt sie diese der Schwächeren weg. Aber auch sogenannte Pionierpflanzen haben es schwer. Sie wachsen meist auf purer Erde. Wuchern dort später Gräser, haben sie keine Chance mehr zu überleben.

«Als Einzelperson kann man helfen, indem man keine exotischen Pflanzen in seinen Garten setzt», sagt der Aufseher Alfons Schmidlin. Ausserdem solle man keinen Abfall in der Natur liegen lassen und wenn möglich im Winter eine Vogelfutterstelle aufstellen. Die lustige Namensgebung der Pflanzen und Tiere komme meistens vom Aussehen. «Beim Milchstern kann man das deutlich erkennen, er ist weiss, und die Blüten sind sternförmig», sagt Schmidlin.

Liste der kantonal geschützten Tiere und Pflanzen www.raumentwicklung.tg.ch