Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ARMEE: Thurgauerinnen folgen freiwilligem Marschbefehl

Für Frauen ist der kantonale Orientierungstag, wie auch der Militärdienst, freiwillig. Im laufenden Jahr ist ihr Interesse an der Armee im Thurgau aber besonders hoch. Einen Grund ortet Kreiskommandant Gregor Kramer in der aktuellen politischen Diskussion.
Sebastian Keller
Volljährige Schweizerinnen können freiwillig Militärdienst leisten. (Bild: PD/VBS/DDPS)

Volljährige Schweizerinnen können freiwillig Militärdienst leisten. (Bild: PD/VBS/DDPS)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

In diesem Jahr haben sich besonders viele jungen Thurgauerinnen für die Armee interessiert. Insgesamt 37 haben einen Orientierungstag besucht – und dies freiwillig. Diese Zahl freut Gregor Kramer. Er leitet die Abteilung Armee des Kantons Thurgau und ist Kreiskommandant. «Das Interesse der Frauen war erfreulich hoch», betont er. In den Vorjahren waren es jeweils rund zehn Frauen, die sich ein Bild von der Armee machen wollten. Das gestiegene Interesse führt der Kreiskommandant auf die Diskussionen über eine Dienstpflicht für Männer und Frauen zurück. Heute besteht lediglich für Männer eine verfassungsmässige Pflicht. Um Rechte und Pflichten geht es auch am Orientierungstag. Die jungen Frauen wollen an diesem Tag beispielsweise erfahren, welche Chancen ihnen die Armee beruflich oder privat bietet. «Einige sagen auch, sie wollten denselben Beitrag für die Gesellschaft leisten wie die Männer», erzählt Gregor Kramer. Es trete aber nicht jede Teilnehmerin auch zur Rekrutierung an. «Das macht aber auch nichts», sagt er, «am Orientierungstag geht es darum, Informationen zu vermitteln.»

Derzeit findet eine Diskussion statt, ob auch Frauen obligatorisch die Informationstage besuchen müssen. Der Entscheid ist noch nicht gefällt – auch wenn die Armeeführung die Idee laut Medienberichten gar nicht schlecht findet. Die kantonalen Kreiskommandanten denken bereits über diese Eventualität nach. Kramer sagt dazu: «Wenn das Obligatorium für Frauen kommt, würden wir wohl getrennte Informationstage für Männer und Frauen abhalten.» Und dies aus einem einfachen Grund: Frauen haben andere Fragen an die Armee, andere Bedürfnisse. Der Kanton Zürich führe bereits heute separate Frauentage durch. «Und macht damit gute Erfahrungen.» Im Thurgau wurde bisher versucht, Frauen auf bestimmte Daten zu lenken. Und an diesen Tagen war jeweils ein Zeitfenster für Frauen reserviert, in dem sie Fragen mit einer Frau, beispielsweise mit einer Offizierin, klären konnten.

Terminvorschläge im Informationsschreiben

Vorderhand will Gregor Kramer auf freiwilliger Basis mehr Frauen zum Kommen animieren. Im Informationsschreiben, das alle Frauen mit Jahrgang 2000 in diesem Jahr noch zugeschickt bekommen, sollen neu Daten vorgeschlagen werden. Bisher enthielt der Einladungsbrief zum freiwilligen Orientierungstag noch keine spezifischen Termine. Kramer: «Ich bin gespannt, ob wir damit noch mehr Frauen zur Teilnahme motivieren können.»

Der Thurgauer Kreiskommandant freut sich aber nicht nur über die hohe Anzahl der freiwillig teilnehmenden Frauen, sondern auch über die Männer. Von den 1302 jungen Thurgauern, die im Jahr 2017 zum Orientierungstag aufgeboten waren, sind 1234 gekommen. Das entspricht einer Quote von 95 Prozent. «In anderen Jahren erreichten wir jeweils 90 Prozent», sagt Kramer. Diese ausserordentlich hohe Quote führte dazu, dass die letzten fünf Orientierungstage im laufenden Jahr gar nicht erst durchgeführt werden mussten.

Die fünf Prozent, die nicht teilgenommen haben, sind aber nicht aus dem Schneider. Sie erhalten eine zweite Aufforderung. Wenn sie diese Chance ebenfalls versäumen, müssen sie mit einer disziplinarischen Massnahme rechnen. «Dieses Mittel ist zum Glück selten notwendig», sagt Gregor Kramer.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.