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ARBON: Innovationsgeist als Triebfeder

Wo einst Saurer-Ingenieure Pionierleistungen erbracht haben, planen die Eigentümer des früheren Werks 1 einen Co-Working-Space nicht nur für Start-ups: im urbanen Umfeld der Altstadt. Der Raum dafür ist freigespielt.
Max Eichenberger
Konradin Fischer, Teilhaber der ZIK Immo AG, im früheren Saurer-Ausstellungsraum: «Wir sehen in den dezentralen Arbeitsformen ein grosses Potenzial.» (Bild: Max Eichenberger)

Konradin Fischer, Teilhaber der ZIK Immo AG, im früheren Saurer-Ausstellungsraum: «Wir sehen in den dezentralen Arbeitsformen ein grosses Potenzial.» (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch

Im seeseitigen Teil der Altstadt ist Saurer gross geworden. Das mächtige ehemalige Verwaltungsgebäude an der Schlossgasse zeugt von der verblichenen Blütezeit. Die Architektur war der Zeit voraus. Im grossen ebenerdigen Schauraum mit den markanten Betonträgern waren einst die neuesten Saurer-Fahrzeuge ausgestellt. Konradin Fischer sitzt mittendrin auf einem Lederfauteuil. Er ist einer von drei Teilhabern der ZIK Immo AG, die vor 16 Jahren den Fabrikkomplex erworben haben. Die industriellen Aktivitäten waren zuvor schon eingestellt worden. Übrig geblieben am Standort ist die Motorenforschung, betrieben von der FPT.

Das übrige Gelände ist in der Zwischenzeit revitalisiert worden: Die neuen Eigentümer haben Dutzende Millionen in die Sanierung und den Umbau der Gebäude und Fabrikhallen investiert. Derzeit läuft – bis 2020 – eine weitere Sanierungs- und Ausbauetappe. Mit Kosten von gegen vierzig Millionen Franken.

«Manchmal muss man auch eine Nachfrage schaffen»

Die frühere Saurer-Monokultur ist aufgebrochen worden. Heute gibt es auf dem 35000 Quadratmeter grossen Areal einen breiten Mietermix von KMU, Dienstleistern, Institutionen bis zu Kulturschaffenden in einem urbanen Umfeld. Im Verwaltungsbau beim Saurer-Platz, wo eine übergrosse Holzskulptur («Franz») steht, sind unter anderem die Primarschulverwaltung, das Medizinische Zentrum, das Bezirksgericht und die Kindes-/Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) einge- zogen. In die alte Dreherei sind Lofts eingebaut worden. Bald entstehen neue Wohnungen.

Getragen vom Geist des Umbruchs gab es 2003 sogar Pläne, partnerschaftlich eine Universität um den Bereich Biophotonik zu gründen. Die Idee stammte von der damaligen Stadtpräsidentin Lydia Buchmüller – verpuffte aber so unspektakulär und lautlos, wie die Baslerin aus dem Stadthaus wegzog. Den Saurer-Vortragssaal, als Hörsaal vorgesehen, gibt es noch.

Innovation ist und bleibt eine Triebfeder von Konradin Fischer und seinen Mitstreitern Karl-Heinz Restle und Heinz Nyffen­egger, die den Umbruch ins postindustrielle Zeitalter prägen. «Wir verfolgen die Entwicklung der Arbeitswelt, die dank der modernen Kommunikationstechnologie neue dezentrale Möglichkeiten bietet», sagt Fischer. An den Trends, im Zusammenspiel mit neuen Netzwerken, sind die Eigentümer dran. «Manchmal muss man auch eine Nachfrage schaffen», sagt Fischer. Den 300 Quadratmeter grossen früheren Ausstellungsraum, zwischenzeitlich als Galerie genutzt, haben die ZiK-Leute freigespielt: «Wir wollen ihn künftig nutzen als Co-Working-Space.» Die dem Konzept zugrunde liegende Idee ist, dass an diesem Ort Arbeitsraum fix oder flexibel gemietet werden kann. Mieter nutzen die Infrastruktur gemeinsam. In einer so sich bildenden Community sollen Synergien entstehen. Das Netzwerk stiftet kreative Ideen und ermöglicht Umsetzungen.

Dezentrale Arbeitsformen – Synergien stiften

«Das würde zur urbanen Umgebung und zur Altstadt passen», ist Konradin Fischer überzeugt. Hier, wo Saurer-Ingenieure einst Pionierleistungen erbracht hatten. Abhängig ist der Groove letztlich von den Mietern, die sich finden. Fischer denkt an junge Start-ups in Bereichen wie IT, Marketing, Design bis hin zur ­Repair-Station – aber nicht nur. Auch an Freelancer. Oder Pendler könnten hier tageweise arbeiten und sich Fahrten nach Zürich oder anderswohin sparen. Was Zeitgewinn und mehr Lebensqualität bedeutete. Die moderne Kommunikations- und Netztechnologie ermöglicht dezentrale Arbeitsformen. «Darin sehen wir ein grosses Potenzial.» Fischer kann sich vorstellen, die Infrastruktur eines 3D-Druckzen­trums bereitzustellen. Auch eine Cafébar ist vorgesehen.

Die ZIK-Macher, die Kontakt zur Genossenschaft Village Office pflegen, geben sich Zeit. «Einmal sind es die laufenden Projekte, die uns derzeit voll in Anspruch nehmen.» Dann hat sich die designierte Geschäftsführerin Aurelia Hostettler zwischenzeitlich zurückgezogen. Und Fischer zufolge ist auch die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau, mit der man in Verbindung stehe, in dieser Richtung aktiv geworden. «Wir sind noch in der Vor-Start-Phase.»

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