Arbeit macht gesund

Arbeit zu haben, macht weniger krank, als arbeitslos zu sein. Das ist das Fazit der Fachtagung «Psychische Erkrankungen und Arbeitsalltag – was jetzt?»

Christof Lampart
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Fachkräfte diskutierten unter der Leitung von Anders Stokholm. (Bild: Christof Lampart)

Fachkräfte diskutierten unter der Leitung von Anders Stokholm. (Bild: Christof Lampart)

WEINFELDEN. Wie gliedert man Arbeitskräfte, die psychisch erkrankt sind, am besten wieder in den Berufsalltag ein? Dieser Frage gingen die Teilnehmer der Fachtagung «Psychische Erkrankung und Arbeitsalltag – was jetzt?» nach, die am letzten Donnerstag im Weinfelder «Thurgauerhof» stattfand. Eingeladen hatten die IV-Stelle Thurgau, der Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz und das Sozialversicherungszentrum Thurgau.

Die Diskussion leitete Anders Stokholm, Stadtpräsident von Frauenfeld. Es kamen auch Erkrankte wie der Gemeindeschreiber von Schönholzerswilen, Roland Hähni, zu Wort. Am schwierigsten sei für ihn gewesen, die Krankheit zu akzeptieren. Schliesslich habe bei ihm die Einsicht, dass er sich nur selber helfen könne, obsiegt und ihn den langen Weg zurück in den Berufsalltag antreten lassen. Die Kombination von Einsicht und Hilfe sei, sagte Niklaus Baer, Leiter Fachstelle für psychiatrische Rehabilitation Baselland, «extrem wichtig, jedoch selten anzutreffen». Der Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes, Hansjörg Brunner, erachtete es als wichtig, dass man als Chef frühzeitig von den Problemen erfahre. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau, Christian Neuweiler, verwies zwar darauf, dass «wir in der Industrie auf dem Zahnfleisch gehen», doch sei es unerlässlich, dass sich ein Chef täglich Zeit für seine Mitarbeiter nehme.

Mit der Mär, dass Arbeit krank mache, wurde im übrigen aufgeräumt: «Es gibt kaum etwas, was für die psychische Stabilität so wichtig ist wie die Erwerbstätigkeit», sagte Baer.