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ARBEIT: Flüchtlinge präsentieren sich auf Jobplattform

Auf einer Internetplattform sind Porträts von Flüchtlingen aufgeschaltet, die im Thurgau eine Arbeit suchen. Coaches fungieren als Bindeglied und nehmen potenziellen Arbeitgebern auf dem Weg zur Anstellung bürokratischen Aufwand ab.
Sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch
Präsentieren die Internetplattform: Karl Kohli, Reto Ammann, Daniela Jost, Jeanette Ledergerber, Katrin Rutishauser, Felicitas Fiala Jaussi und Jürg Hofer. (Bild: Andrea Stalder)

Präsentieren die Internetplattform: Karl Kohli, Reto Ammann, Daniela Jost, Jeanette Ledergerber, Katrin Rutishauser, Felicitas Fiala Jaussi und Jürg Hofer. (Bild: Andrea Stalder)

Die 33-jährige Rahma aus Somalia will im Reinigungs- oder Gastrobereich arbeiten. Tsegay, 22-jährig aus Eritrea, sucht einen Praktikumsplatz als Schreiner. Porträts dieser und weiterer Personen finden sich auf ida.agathu.ch. Diese Plattform stellten Vertreter verschiedener Organisationen gestern vor.

Eine treibende Kraft dahinter ist die Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau (Agathu). Präsident Karl Kohli: «Wir kennen viele Leute, die eine Stelle suchen.» Teilweise sitzen sie aber jahrelang in Wohnungen herum, «ohne gescheite Tätigkeit». Auf der Plattform können sich Flüchtlinge kostenlos Unternehmen präsentieren, die auf der Suche nach Arbeitskräften sind. Mit Foto, mit kurzem Lebenslauf, mit angepeilter Arbeit. «Es geht darum, die Personen sichtbar zu machen», sagt Reto Ammann, GLP-Kantonsrat und Chef der Privatschule SBW Haus des Lernens. «Die Plattform ist einfach aufgebaut.» Als Inspirationsquelle nennt Ammann die Partnervermittlungsplattform Parship.

Wenn ein Arbeitgeber auf der Plattform eine Person findet, nimmt er Kontakt mit einem Coach auf. Ein solcher ist Felicitas Fiala Jaussi: «Wir fungieren als Bindeglied zwischen dem Flüchtling, den Behörden und dem Arbeitgeber.» Die Arbeit der Coaches beginnt vor der Aufschaltung auf der Website. Sie prüfen, ob eine Person vermittelbar ist, welche Qualifikation sie hat, für welche Tätigkeit sie geeignet ist. «Wenn Interesse seitens des Arbeitgebers besteht, begleiten wir die Person zum Gespräch.» Die Betreuung läuft nach einer Anstellung weiter.

Auf der Plattform finden sich derzeit vor allem Flüchtlinge, die ein Praktikum suchen. Jürg Hofer, Prorektor des Gewerblichen Bildungszentrums Weinfelden, sagt: «Wir wollen sie nicht einfach beschäftigen, sondern bildungsfähig machen.» Das Ziel sei, dass die Flüchtlinge eine Lehre absolvieren. Die Peregrina-Stiftung, die im Auftrag des Kantons die Flüchtlingsbegleitung übernimmt, ist froh über die Plattform. Daniela Jost von der Stiftung appelliert an die Unternehmen: «Unser Wunsch ist, dass die Arbeitgeber offen sind, diesen Schritt zu probieren.»

Dass es funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Sudanesen Fadi Yousif. Der Apotheker fand eine Anstellung bei der Versandapotheke Zur Rose. Derzeit absolviert er einen Kurs, damit sein Diplom hierzulande anerkannt wird. Die Gemeinde Kemmental bezahlt. «Offenheit für unkonventionelle Lösungen kann sich auszahlen», sagt Jeanette Ledergerber, Leiterin der Sozialen Dienste Kemmental. Alle Involvierten sind bestrebt, weitere Erfolgsgeschichten auf der Plattform erzählen zu können.

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Plattform

ida.agathu.ch

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