Apfelkönigin tauscht Krone gegen Wandtafel

Bernadette Bönis Amtsjahr endet an der kommenden Wega. Die Rothenhauserin über ihr Praktikum, errötende Männer und ihre Freude am Käseessen. Bald übergibt Bernadette Böni ihre Schärpe. Die angehende Lehrerin blickt dem Amtsende mit gemischten Gefühlen entgegen.

Amy Douglas
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Apfelkönigin Bernadette Böni im Schulzimmer ihrer Praktikumsklasse. (Bild: Donato Caspari)

Apfelkönigin Bernadette Böni im Schulzimmer ihrer Praktikumsklasse. (Bild: Donato Caspari)

Frau Böni, Ihr Amtsjahr neigt sich dem Ende zu.
Bernadette Böni:
Es kommt mir vor, als wäre die Wahl erst gestern gewesen! Das Jahr ist unglaublich schnell vorbei gegangen, ein spannender Moment folgte dem nächsten.

Was für Gefühle haben Sie bei dem Gedanken, die Krone bald weitergeben zu müssen?
Böni:
Ich bin derzeit schon vor allem traurig, dass es dann vorbei ist. Aber es hat auch Positives, weil ich wieder mehr Zeit für Dinge habe, die in meinem Amtsjahr zu kurz gekommen sind.

Was denn zum Beispiel?
Böni:
Der Sport. Ich hatte schon hin und wieder Zeit dafür, aber nicht so oft, wie ich es im Moment gerne hätte. Und es war auch weniger Zeit für Freunde und Familie da. Dadurch habe ich die Momente, die ich mit ihnen verbrachte, umso intensiver gelebt. Das hatte also auch seine guten Seiten.

An welche besonderen Erlebnisse als Apfelkönigin erinnern Sie sich gerne zurück?
Böni:
Jeder Auftritt war einzigartig und schön. Was mir aber besonders gefallen hat, war der alljährliche Skiapéro von Möhl im Engadin und in Arosa. Da durfte ich sogar Skifahren gehen.

Es gab sicher jede Menge unterhaltsame Momente.
Böni:
Es gab auch immer wieder lustige Momente während der Auftritte, ja. Zum Beispiel, als ich während einem Anlass Äpfel verteilte und ein Mann sagte, jetzt fehle nur noch, dass ich seinen Apfel anbeissen würde. Da war ich zuerst ziemlich perplex und habe etwa dreimal nachgefragt. Schliesslich tat ich ihm den Gefallen, worauf er knallrot anlief, weil es als Scherz gedacht war.

Rot wie die vielen Äpfel, die Sie dieses Jahr massenhaft verteilt haben. Sind Sie Ihnen noch nicht verleidet?
Böni:
Nein, Äpfel können einem gar nicht verleiden! Sie sind der beste Znüni. Ich habe ja vor meinem Amt immer schon viele Äpfel gegessen. Übrigens ist Apfel mein neues Lieblingswort geworden.

Was essen Sie sonst gerne?
Böni:
Schoggi! Und je länger je mehr auch Käse. Ich erfülle also ziemlich das Schweizer Klischee, was das Kulinarische betrifft.

Gab es während Ihres Amtsjahrs auch stressige Zeiten?
Böni:
Wenn ich gleichzeitig noch Prüfungen hatte oder für ein Praktikum vorbereitete, war wirklich viel los. Aber ich habe das als Bereicherung empfunden. Während eines Anlasses konnte ich immer abschalten und so war es eine gute Ablenkung vom Schulalltag.

Sie sind in Ihrem letzten Studienjahr an der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen.
Böni:
Genau, zurzeit bin ich in meinem letzten Praktikum. Ich werde mich bald nach einer Arbeitsstelle umsehen, damit ich nächstes Jahr endlich unterrichten kann. Dann werde ich das Thema Apfel mit den Schülern durchnehmen und mit ihnen die Mosterei Möhl besuchen.

Ist Ihr Amt als Apfelkönigin ein Thema in der Schule?
Böni:
Es ist immer mal wieder davon die Rede und manche Reaktionen sind richtig herzig. Diese Woche habe ich einen Brief von einer Schülerin bekommen, in dem sie wissen wollte, was man tun muss, um Apfelkönigin zu werden.

Inwiefern haben Sie vom Amt profitiert?
Böni:
Ich habe mich selbst besser kennengelernt. Sicher bin ich jetzt kommunikativer und unbefangener, wenn ich neue Leute treffe. Wegen der vielen Anlässe, an denen ich als Apfelkönigin dabei sein konnte, habe ich einige Beziehungen geknüpft, die mir möglicherweise Türen für Neues öffnen. Ich habe zum Beispiel einen Job an der Olma am Möhl-Stand erhalten. Auf jeden Fall hatte ich grosse Freude am Amt der Apfelkönigin und bin von Herzen dankbar für dieses Jahr.