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Antennengegner geben nicht auf

SIRNACH. Der Kampf um die geplante Mobilfunkantenne an der Fischingerstrasse in Sirnach geht in eine weitere Runde. Vor dem Verwaltungsgericht sind die Rekurrenten abgeblitzt. Nun soll das Bundesgericht entscheiden.
Olaf Kühne
Die Bauvisiere für den 21 Meter hohen Sendemast an der Fischingerstrasse in Sirnach stehen seit bald drei Jahren. (Bild: Nana do Carmo)

Die Bauvisiere für den 21 Meter hohen Sendemast an der Fischingerstrasse in Sirnach stehen seit bald drei Jahren. (Bild: Nana do Carmo)

«Wir fühlen uns wie David im Kampf gegen Goliath», sagt Nadine Betschart. Sie ist Sprecherin der Rekurrentengruppe, welche seit bald drei Jahren die geplante Antenne des Mobilfunkanbieters Orange an der Fischingerstrasse 51 in Sirnach bekämpft.

Jüngst musste die Truppe eine bittere Niederlage einstecken: Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies ihre Beschwerde vollumfänglich ab und brummte den Rekurrenten gar noch Verfahrensgebühren über 3500 Franken auf.

376 Unterzeichner

Dies, nachdem das Engagement der Sirnacher Antennengegner anfänglich ziemlich erfolgversprechend schien. Im September 2011 reichte die Orange Communications SA in Sirnach ihr Baugesuch für einen 21 Meter hohen Sendemast mit neun Antennen und zwei Geräteräumen ein. 162 Einsprachen gingen ein, 376 Personen hatten diese unterzeichnet. Nach einigem Hin und Her und Projektanpassungen seitens Orange hiess die Gemeinde Sirnach schliesslich im September 2012 die Einsprachen gut und verweigerte der Lausanner Mobilfunkanbieterin die Baubewilligung. Der bisher einzige Etappensieg der Antennengegner.

Denn wiederum ein Jahr später kippte das kantonale Departement für Bau und Umwelt den Sirnacher Behördenentscheid. Orange hatte dagegen beim Kanton Rekurs erhoben.

Wem dient die Antenne?

Kern des Zwistes ist der Zweck der Antenne. Orange stellt sich auf den Standpunkt, stets anspruchsvollere Mobilgeräte mit immer vielfältigeren Anwendungen erfordern laufend stärkere Sendeleistungen und grössere Bandbreiten. Mit der neuen Anlage will der Mobilfunkanbieter die angrenzende Bahnlinie und das südliche Sirnach versorgen.

Letzteres stellen die Antennengegner in Abrede. Sie sind überzeugt, dass für ihr Quartier die bestehende Versorgung ausreicht. Und für die Versorgung der Bahnpassagiere wollen sie keinen 21 Meter hohen Metallbau vor ihrer Haustüre.

So auch Nadine Betschart. Sie bewohnt mit Mann und Kind ein kleines Haus an der Ringelstrasse und sagt: «Wir müssten direkt an die Antenne sehen und sorgen uns auch wegen übermässiger Strahlung.» Zwar gibt sie unumwunden zu, selber ein Handy zu besitzen. Immer stärkere Sendeleistungen brauche sie aber schlicht nicht. «Es ist ein einfaches Gerät, das ich oft auch ausgeschaltet lasse und nur zum Telefonieren brauche.»

Sie will deshalb den Kampf gegen den Sendemast nicht aufgeben. Nach dem für sie negativen Urteil des Verwaltungsgerichtes traf sich der harte Kern der Rekurrenten, um das weitere Vorgehen zu besprechen. «Wir gehen definitiv vor Bundesgericht», berichtet Betschart aus dieser Sitzung. Die Chancen, dort einen Sieg zu erringen, schätzen die Sirnacher zwar als «eher klein» ein. Doch darum gehe es nicht ausschliesslich. «Wir wollen unsere jahrelangen Bemühungen nicht einfach im Sand verlaufen lassen», sagt Nadine Betschart. «Uns geht es darum, ein Zeichen zu setzen.»

Für andere Regionen

Wenn sich immer wieder Gerichte in der ganzen Schweiz mit Handyantennen befassen müssen, steige die Wahrscheinlichkeit, dass neue Gutachten und Urteile dereinst vielleicht Antennengegner in anderen Regionen nützen könnten, ist Betschart überzeugt.

Etwas Positives kann sie dem bereits drei Jahre dauernden Kampf denn auch jetzt schon abgewinnen: «Er hat uns im Quartier zusammengeschweisst.»

Nadine Betschart Sprecherin der Sirnacher Rekurrentengruppe (Bild: pd)

Nadine Betschart Sprecherin der Sirnacher Rekurrentengruppe (Bild: pd)

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