Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ansturm auf den Jugendtreff

MÜLLHEIM. Seit bald vier Monaten hat Müllheim einen neuen Jugendtreff. Die Oberstufenschüler mögen das neue Angebot. An einzelnen Anlässen zählte Jugendarbeiter Jonathan Trüeb bis zu 70 Teenager.
Stefan Hilzinger
Jugendarbeiter Jonathan Trüeb ist in Müllheim gut gestartet. (Bild: Nana do Carmo)

Jugendarbeiter Jonathan Trüeb ist in Müllheim gut gestartet. (Bild: Nana do Carmo)

Vorerst für ein Jahr läuft in Müllheim der Versuch mit dem neuen Jugendtreff im Untergeschoss des evangelischen Kirchgemeindehauses. Im ersten Vierteljahr wurde der Treff von den Jugendlichen buchstäblich überrannt.

Teilweise besuchten zwischen 60 und 70 Jugendliche den Treff. «Mittlerweile hat sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher bei zwischen 30 und 50 Personen eingependelt», sagt der 25jährige Frauenfelder Jonathan Trüeb, der seit Dezember als Jugendarbeiter in Müllheim tätig ist.

Ein klares Bedürfnis

Der Treff ist jeweils am Mittwochnachmittag von 14 bis 19 Uhr und abwechslungsweise am Freitag- oder am Samstagabend von 19.30 bis 24 Uhr geöffnet. Das Angebot wird vorwiegend von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule im Alter von 13 bis 17 Jahren benutzt. «Unser Ziel ist es jedoch, bereits Kinder ab der fünften Klasse mit dem Angebot der Jugendarbeit anzusprechen», sagt Iris Oehninger, Präsidentin des Vereins Jugendtreff Müllheim. Für Oehninger sind die hohen Besucherzahlen seit Dezember ein deutlicher Beleg, dass der Jugendtreff auch in einer Landgemeinde einem klaren Bedürfnis entspricht. «In der Mehrheit besuchen Müllheimer Jugendliche den Treff. Etwa ein Viertel der Besucher stammt aus den umliegenden Dörfern des Oberstufenkreises», weiss Oehninger. Dazu zählen nebst Müllheim auch Pfyn und Homburg-Hörstetten.

Erwachsenen-freier Raum

«Die Jugendlichen geniessen ihren Erwachsenen-freien Raum, in dem sie eigene Projekte verwirklichen können», erklärt Jugendarbeiter Trüeb den grossen Ansturm auf das neue Angebot. Die Heranwachsenden dürfen dort unter ihresgleichen sein und sich austauschen, «ohne Druck von aussen, etwas bieten zu müssen», sagt Trüeb. «Viele kommen in den Treff, weil es hier einen Tischfussballkasten und einen Billardtisch hat.» Im Winter auch deshalb, «weil es warm ist und es ein WC gibt».

Trüeb versteht sich als Jugendarbeiter, nicht als «grosser Anreisser» von Parties und Projekten. Auch als Beichtvater sieht er sich nicht, sondern eher als Beobachter. Er kontrolliere, dass die Spielregeln eingehalten würden. Legale und illegale Drogen haben im Treff nichts verloren. Nötigenfalls ergreife er Sanktionen, was er bisher noch nicht habe tun müssen. Ausserdem versuche er frühzeitig einzuschreiten, wenn sich Konflikte unter den Treff-Besuchern abzeichneten.

Initiative fördern

Statt auf ein volles Animations-program setzt Trüeb auf die Initiative und Eigenverantwortung der Jugendlichen. «Ich unterstützte die Treffbesucher, wenn sie etwas auf die Beine stellen wollen», erklärt Trüeb.

Der regelmässig geöffnete Treff bietet das Umfeld. Die besondere Party müssen die Jugendlichen schon selber schmeissen. «Wenn nichts Spezielles läuft, ist der Frust irgendwann so gross, dass die Jugendlichen von sich aus aktiv werden», weiss Trüeb. Nur wenn sich die Jugendlichen selbst einbringen, entwickeln sie auch ein Gefühl dafür, wie wertvoll der Treff für sie ist.

So ganz ohne Animation geht es dennoch nicht: So hat Trüeb damit begonnen, am Mittwochnachmittag aus Holz Rampen für Skateboard-Kunststücke zu bauen. «Diese können wir dann bei Bedarf im Freien rasch aufstellen und ebenso rasch wieder abbauen.» Ausserdem will Trüeb im Treffraum zusammen mit den Jugendlichen neue Vorhangschienen montieren. So versucht Trüeb auch jene Jugendlichen bei der Stange zu halten, die nicht von sich aus aktiv werden.

Eltern und Lehrer einladen

Im April plant Trüeb den Treff an einem Nachmittag exklusiv für die Eltern und Lehrer seiner «Kundschaft» zu öffnen. «Die Eltern schätzen es, wenn sie wissen, wo sich ihre Kinder aufhalten», sagt Trüeb. Nun sollen sie sich mit eigenen Augen ein Bild von den Räumlichkeiten und vom Treffleiter machen können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.