Anlaufstelle soll weiterlaufen

Die Pilotphase der städtischen Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen endet dieses Jahr. Nun schlägt der Stadtrat einen vorerst auf drei Jahre befristeten Betrieb vor. Die Kosten dafür betragen 240 000 Franken.

Mathias Frei
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Im Rathaus-Eingangsbereich: Die Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen. Im Hintergrund ist Stellenleiterin Verena Rieser-Santo zu sehen. (Bild: Mathias Frei)

Im Rathaus-Eingangsbereich: Die Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen. Im Hintergrund ist Stellenleiterin Verena Rieser-Santo zu sehen. (Bild: Mathias Frei)

FRAUENFELD. Eine kostenlose Familienberatung gibt es in Frauenfeld seit über 70 Jahren. Senioren dagegen mussten sich bis vergangenes Jahr gedulden, bis sie auch eine Beratungs- und Koordinationsstelle bekamen. Die zweijährige Pilotphase für die städtische Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen läuft nun Ende 2016 aus. Und der Stadtrat will dieses Angebot weiterführen. Dies beantragt er dem Gemeinderat mit einer Botschaft. Konkret geht es um einen Kredit über 240 000 Franken. Damit soll der vorerst auf drei Jahre bis Ende 2019 befristete Betrieb finanziert werden. «Angesichts der demographischen Entwicklung und der gesellschaftlichen Veränderungen sind heute Beratungsstellen für Altersfragen ein klares Bedürfnis», heisst es dazu in der Botschaft.

Angebot seit Juni 2014

Der Gemeinderat hatte für das Budget 2014 einen Betrag über 70 000 Franken bewilligt für Massnahmen und Projekte aus dem städtischen Alterskonzept. Eine Alters-Anlaufstelle sollte damit ermöglicht werden. Diese ist seit Juni 2014 durch Verena Rieser-Santo besetzt. Im Herbst 2014 bewilligte der Stadtrat in eigener Finanzkompetenz eine zweijährige Pilotphase für die Anlaufstelle. Kostenpunkt: 210 000 Franken. Der Gemeinderat strich dann aber die in diesem Betrag enthaltenen Projektgelder für 2015. Für 2016 budgetierte der Stadtrat deshalb vorsichtig mit 5000 Franken für Projekte der Anlaufstelle. Dieser Betrag wurde vom Gemeinderat nicht angetastet.

Nun geht es um 240 000 Franken für drei Jahre. Darin sind Büroinfrastruktur, Lohn und Sozialleistungen für die 50-Prozent-Anstellung enthalten. Gelder für Projekte der Anlaufstelle werde das städtische Amt für Alter und Gesundheit weiterhin separat und jährlich budgetieren. Wie der Stadtrat schreibt, habe der Kanton zukünftig einen jährlichen Beitrag von 5000 bis 10 000 Franken für die Anlaufstelle in Aussicht gestellt. Eine konkrete Zusage fehle aber bis dato.

Ein Alters-Netzwerk aufgebaut

«Nach rund zwei Jahren ist die Anlaufstelle eine wichtige Drehscheibe für Alters- und Generationenfragen in der Stadt Frauenfeld geworden», stellt der Stadtrat fest. Die bei «Älter werden im Quartier» beteiligten Organisationen seien derselben Meinung gewesen. Auf Wunsch dieser Organisationen wurde das Netzwerk «Altersfreundliches Frauenfeld» gegründet, das durch die Anlaufstelle koordiniert wird. Zudem ist die Anlaufstelle am Regio-Projekt «Umsorgt älter werden in der Region Frauenfeld» beteiligt. Daneben gibt es eine Mitarbeit bei Bovidem (Gute Lebensqualität mit Demenz). Die Anlaufstelle hat Öffentlichkeitsarbeit betrieben, Veranstaltungen organisiert – und natürlich auch Einzelpersonen oder Institutionen in Altersfragen beraten. 2015 fanden 109 Kontaktaufnahmen am Schalter, telefonisch oder per Mail statt. Für heuer rechnet die Anlaufstelle mit bis zu 130 Kontaktaufnahmen. Auch die Zahl der Seitenaufrufe bei www.altersfreundliches-frauenfeld.ch steigt – von 5000 auf heuer voraussichtlich 6000 Aufrufe. Der Trend gehe zu mehr wiederkehrenden Besuchern, die pro Besuch länger auf den Seiten verweilten.

Ab 2017 als Fachstelle geführt

Die Anlaufstelle werde nach rund zwei Jahren Betrieb als Kompetenzzentrum wahrgenommen und trage wesentlich zur Sensibilisierung in Altersfragen bei, heisst es in der Botschaft. «Die Altersarbeit in Frauenfeld hat durch die Anlaufstelle ein Gesicht erhalten.» Vermehrt nehme die Anlaufstelle eine Koordinations- und Drehscheibenfunktion ein. Deshalb soll das Angebot ab 2017 Fachstelle heissen statt Anlaufstelle.

Der Betrieb der zukünftigen Fachstelle soll vorerst auf drei Jahre befristet sein, «da die Ausrichtung noch justiert werden muss». Dafür seien zwei Jahre notwendig. Im dritten Jahr werde dann «die definitive Weiterführung mit einem klaren Aufgabenportfolio» beantragt. Denn: «Nicht ausgeschlossen ist eine Erweiterung der Beratungs- und Koordinationstätigkeit auf die Regio Frauenfeld.» Einen wichtigen zusätzlichen Schwerpunkt soll die Fachstelle in den kommenden drei Jahren auf die Förderung des Bildungsangebots in der Pflege und Betreuung für Angehörige legen – nicht zuletzt bei Personen mit Demenz. Denn das könne der Stadt Kosteneinsparungen bringen.