Ankick ist am 6. Mai 2027

Die schlechte Nachricht: Das Arboner Gastro-konzept ist wieder mal im Eimer. Die gute: Es bleiben noch zwölf Jahre, es zu retten. Denn die Expo wird ja erst am 6. Mai 2027 eröffnet.

David Angst
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Die schlechte Nachricht: Das Arboner Gastro-konzept ist wieder mal im Eimer. Die gute: Es bleiben noch zwölf Jahre, es zu retten. Denn die Expo wird ja erst am 6. Mai 2027 eröffnet.

Nun gibt es ja womöglich Leute, die der Ansicht sind, der Staat müsse keine Restaurants besitzen, sondern man könne das dem freien Markt überlassen. Man sollte diesem neoliberalen Geschwätz nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Gerade auf dem Land, wo das Amt für Raumplanung kurzerhand die Weilerzone abschaffen will, ohne Hanspeter Gantenbein und Walter Marty nach ihrer Meinung zu fragen, täte ein staatliches Gastrokonzept gut. Dort sollte der Kanton dafür schauen, dass wenigstens noch ein paar Dorfbeizen erhalten bleiben.

Die Expo 2027 soll also unter anderem in Arbon stattfinden, wie wir seit kurzem wissen. Übrigens auch in Romanshorn. Dessen Stadtpräsident, David H. Bon, weiss davon noch nichts. Das eilt ja auch nicht. Man wird ihn rechtzeitig informieren, so dass er noch genügend Zeit hat, vor der Expo-Eröffnung den Mocmoc wegzuräumen.

Bis dahin dreht sich das Romanshorner Dorfgespräch um das ewigselbe Thema, nämlich das Bodan-Areal. Nun hat die AXA das Grundstück gekauft, nachdem die Mobiliar-Versicherung ausgestiegen ist. Egal: Was auch immer in Zukunft auf diesem Areal gebaut wird, der Schaden ist wenigstens versichert.

Über die Expo 2027 kann man noch nicht viel sagen. Das Siegerkonzept «Expedition 27», das diese Woche präsentiert wurde, ist ja bewusst sehr vage gehalten. Die Rede ist von «geographical imagination» und einem «writer's room». Wirklich fassbar ist das nicht. Beni Würth und Carmen Haag versichern glaubwürdig, das müsse so sein – über die Expo 02 habe man zwölf Jahre vorher auch noch nichts gewusst.

Wobei man sich bei Carmen Haag fragt, ob sie überhaupt eine Ahnung davon hat, was «Expo» bedeutet. Das Siegerprojekt überzeuge sie, weil die «Spielorte» so nahe zusammenlägen, sagt sie. Denkt sie, es gehe um eine Fussball-WM?

Die einzige Ortschaft, in der die Planung schon weit fortgeschritten ist, ist Weinfelden. An einer Versammlung von 150 Stadtentwicklern im Rathaus wurde unter anderem die Idee aufgeworfen, den ganzen Rathausplatz mit Glas zu überdecken – analog Istanbul. Das ist eine ausgezeichnete Idee. Aber leider ist Weinfelden kein Expo-Standort.

david.angst@thurgauerzeitung.ch