Anhänger voller Schmutzwäsche

Die Mosterei-Genossenschaft Homburg erlebte ihre Blütezeit in den 1960er-Jahren. Die Genossenschaft handelte auch mit Obst. Zudem betrieb sie damals eine Gemeinschafts-Kühlanlage sowie eine Waschküche.

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Die Mosterei-Genossenschaft Homburg erlebte ihre Blütezeit in den 1960er-Jahren. Die Genossenschaft handelte auch mit Obst. Zudem betrieb sie damals eine Gemeinschafts-Kühlanlage sowie eine Waschküche.

Drei Waschmaschinen fürs Dorf

Die drei Waschmaschinen standen in der ehemaligen Mostereischeune in Homburg. Damals stand noch nicht in jedem Haushalt eine Kühltruhe oder eine Waschmaschine. Paul Herzog-Dörig erinnert sich noch gut, wie die Bauersfrauen mit dem Traktor vorfuhren mit einem Anhänger voll schmutziger Wäsche.

Sprit statt Süssmost

«Dann kam die Zeit, als die Mostereien die grossen Mostobsternten aus Kapazitätsgründen nicht annehmen konnten», weiss Paul Herzog-Dörig. Die Genossenschaft kaufte zwei Tanks zu 25 000 Liter und konnte deren vergorenen Inhalt an die Alkoholverwaltung verkaufen. In einem Spitzenjahr wurden die Tanks dreimal gefüllt. Da wurde im Zweischichtbetrieb Tag und Nacht gemostet.

Irgendwann wurden die Gefriertruhen und Waschmaschinen für Private erschwinglicher, und die Genossenschaft konzentrierte sich in den letzten Jahren nur noch auf die Mosterei in Reckenwil. (sp)