ANFRAGE: Politischer Vorstoss gegen Raucherlokale

Im Thurgau sei eine Zunahme von jugendlichen Rauchern zu verzeichnen. Eine Kantonsrätin forderte wirkungsvollere Massnahmen, um sie vom Tabakkonsum abzuhalten.

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In Thurgauer Beizen mit einer Grösse von maximal 80 Quadratmetern darf weiterhin geraucht werden. (Bild: PD)

In Thurgauer Beizen mit einer Grösse von maximal 80 Quadratmetern darf weiterhin geraucht werden. (Bild: PD)

Die Thundorfer EVP-Kantonsrätin Elisabeth Rickenbach ist über die Zunahme der Raucher im Alter von 20 bis 34 Jahren besorgt. «Es reicht nicht aus, Tabak­prävention unter Jugendlichen zu lancieren und sich an deren ­Erfolgen zu freuen», schreibt sie in einer Einfachen Anfrage. Es brauche «griffigere, schärfere Massnahmen», um junge Erwachsene vom Tabakkonsum abzuhalten.

Im raucherfreundlichen Thurgau nehmen die Fälle zu

Ohne es explizit zu formulieren, zielt Rickenbach auf die im Thurgau erlaubten Raucherlokale. Die EVP-Politikerin bezieht sich auf eine Studie, wonach in Kantonen mit besseren Schutzgesetzen als dem Thurgau ein Rückgang der Raucherlungen zu verzeichnen sei (TZ vom 7. Februar). In raucherfreundlichen Kantonen nähmen sie hingegen zu. Der Thurgau gehört zu den Kantonen, die nur die vom Bund verlangte Mindestlösung kennen. Raucherlokale sind zulässig, wenn sie höchstens 80 Quadratmeter gross sind. Rickenbach verlangt vom Regierungsrat detaillierte Auskünfte über die im Thurgau betriebenen Raucherlokale.

Weiter will sie wissen, wie er sich die überdurchschnittliche Zunahme von Spitaleinweisungen aufgrund koronarer Herzkrankheiten und Raucherlungen im Thurgau erklärte und was er dagegen unternehme.

Der Tabakkonsum ist immer noch die wichtigste vermeidbare Todesursache der Schweiz, wie Rickenbach unter Berufung auf das Bundesamt für Statistik festhält. 2012 habe einer von sieben Todesfällen dem Tabakkonsum zugeschrieben werden können. Insgesamt gab es gut 9500 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Rauchen. Gemäss Zahlen von 2007 betrugen die direkten und indirekten Kosten durch das Rauchen schätzungsweise 1,7 Milliarden Franken im Gesundheitswesen und knapp 4 Milliarden Franken in der Volkswirtschaft sowie den Sozialversicherungen. (wu)