Andreas Wirth tritt an

Die SVP portiert Andreas Wirth als Nachfolger für Stadtammann Carlo Parolari. Damit dürfte es zu einem Wahlkampf zwischen Fraktionspartnern kommen. Denn kommende Woche dürfte auch die FDP einen Kandidaten nominieren.

Markus Zahnd
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Sie informierten über die Strategie der SVP in den Exekutivwahlen im kommenden März: Parteipräsident Andreas Elliker, Stadtammann-Kandidat Andreas Wirth und Stadtrat Ruedi Huber. (Bild: Reto Martin)

Sie informierten über die Strategie der SVP in den Exekutivwahlen im kommenden März: Parteipräsident Andreas Elliker, Stadtammann-Kandidat Andreas Wirth und Stadtrat Ruedi Huber. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Immer wieder wurde der Name Andreas Wirth genannt. Und nun steht fest: Die SVP schickt den amtierenden Schulpräsidenten in den Stadtammann-Wahlkampf. Seit Carlo Parolari (FDP) seinen Verzicht auf eine Wiederwahl als Stadtammann bekannt gegeben hatte, sei er oft und auch parteiübergreifend angesprochen worden, ob er kandidiere, sagt Wirth. «Als dann die Partei auf mich zukam, habe ich mich lange und ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt», sagt der 51-Jährige. «Und ich kam zum Schluss, dass ich antreten will.»

SVP will in die Verantwortung

SVP-Präsident Andreas Elliker zeigt sich erfreut darüber, dass Wirth in den Wahlkampf steigt: «Wir fühlen uns verpflichtet, die Geschicke der Stadt in den kommenden Jahren weiter mitzuprägen und auch Verantwortung zu übernehmen.» Mit Andreas Wirth habe die SVP einen Top-Kandidaten. «Mit seiner Arbeit in den vergangenen zehn Jahren als Schulpräsident hat er bewiesen, dass er die Fähigkeiten mitbringt, einer öffentlichen Körperschaft in dieser Grösse erfolgreich vorzustehen», sagt Elliker.

Der Sekundarlehrer ist seit bald elf Jahren Präsident der Frauenfelder Schulen. Seine jetzige Arbeit bedeute ihm viel, sagt Wirth. Dennoch habe er sich für eine Kandidatur entschieden, obwohl er auch grossen Respekt vor dem Amt hat. «Stadtammann zu sein ist eine riesige Aufgabe, die einem viel abverlangt.» Es wäre ihm aber eine Freude, die erfolgreiche Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren weiterzuführen.

«Ein Stadtammann für alle»

Konkrete Ziele hat sich Wirth aber noch nicht gesetzt. Grundsätzlich wolle er im Fall einer Wahl «ein Stadtammann für alle» sein. «Ich würde mich dafür einsetzen, dass Frauenfeld lebenswert bleibt und für alle gute Rahmenbedingungen herrschen.» In der Bevölkerung heftig diskutiert wird derzeit vor allem die Verkehrsfrage und die Zukunft der Innenstadt. Eine Patentlösung habe er diesbezüglich nicht, sagt Wirth. «Sicher aber ist, dass der Verkehr in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Daher muss eine Lösung gefunden werden – und zwar eine, die für den motorisierten und den Langsamverkehr passt.»

Die Erneuerungswahlen des Stadtrates finden am 8. März 2015 statt. Die SVP, seit Jahren die wählerstärkste Partei in Frauenfeld, wird dabei zwei Kandidaten ins Rennen schicken. Denn nebst Wirth als Stadtammann kandidiert Ruedi Huber für eine zweite Legislatur als Stadtrat. Auch er habe sich überlegt, ob er als Stadtammann kandidieren will. «Doch ich kam aus verschiedenen Gründen zum Schluss, dass ich das nicht will. Die Arbeit als Stadtrat sagt mir aber sehr zu, daher stelle ich mich für die Wiederwahl zur Verfügung.»

Auf Kosten der FDP

Sollten Wirth und Huber die Wahl schaffen, könnte das auf Kosten der FDP geschehen, die dann gar nicht mehr in der Exekutive vertreten wäre. Dennoch will SVP-Präsident Elliker das Vorgehen seiner Partei nicht als Angriff auf den langjährigen Fraktionspartner verstanden wissen. «Wir haben gute Kandidaten und bieten den Stimmbürgern damit eine Auswahl.» Die Freisinnigen treffen sich in der kommenden Woche, um einen Kandidaten zu nominieren. Die anderen Parteien werden wohl niemanden aufstellen.

Eine ähnliche Konstellation gab es bereits vor zehn Jahren, als es um die Nachfolge des langjährigen Stadtammanns Hans Bachofner ging. Damals kandidierten nebst Sven Frauenfelder (SP) und Ruedi Thurnheer (parteilos) auch die beiden amtierenden Stadträte Carlo Parolari und Werner Dickenmann (SVP). Im ersten Wahlgang erhielt Parolari mehr Stimmen als Dickenmann, worauf sich dieser zurückzog. «Die Zusammenarbeit ist seither ja auch gut», sagt Wirth.

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