An Einzonungen scheiden sie sich

FELBEN-WELLHAUSEN. Zwei von drei neuen Kandidaten für den Gemeinderat von Felben-Wellhausen begegneten sich am Dienstagabend auf Augenhöhe. Der dritte Kandidat war für das Wahlpodium verhindert. Ein Favorit war nicht auszumachen.

Mathias Frei
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Sind am Wahlpodium anwesend und wollen wieder oder neu in den Gemeinderat von Felben-Wellhausen (von links nach rechts): Gemeindeammann Werner Künzler (bisher), Astrid Stucki-Rieser (neu), Gabriela Lehner (bisher), Marius Haag (neu), Andreas Wallner (bisher) und Duri Plouda (bisher). (Bild: Reto Martin)

Sind am Wahlpodium anwesend und wollen wieder oder neu in den Gemeinderat von Felben-Wellhausen (von links nach rechts): Gemeindeammann Werner Künzler (bisher), Astrid Stucki-Rieser (neu), Gabriela Lehner (bisher), Marius Haag (neu), Andreas Wallner (bisher) und Duri Plouda (bisher). (Bild: Reto Martin)

Die Ausgangslage ist klar: «Wir müssen zwei neue Gemeinderäte haben und sind in der glücklichen Lage, eine Auswahl aus drei Kandidaten zu haben.» Das erklärt Moderator Jörg Müller den 50 Anwesenden am Wahlpodium für den Gemeinderat Felben-Wellhausen. Überraschenderweise präsentieren sich dann mit Astrid Stucki-Rieser und Marius Haag nur zwei der drei Kandidierenden. Denn Manfred Häni ist verhindert – was unglücklich ist. Denn Häni ist jener Kandidat, der am wenigsten lang (seit 2013) in der Gemeinde lebt. Man hätte ihn gerne kennengelernt.

42 Jahre versus 56 Jahre

Persönlicher Natur unterscheiden sich natürlich Astrid Stucki-Rieser und Marius Haag. Inhaltlich liegen sie aber nahe beieinander. Hier die 56jährige Stucki, gelernte Hoteldirektionsassistentin, heute als Buchhalterin im Teilpensum tätig und als Mitglied der katholischen Kirchenvorsteherschaft FrauenfeldPlus für die Kirchenfinanzen zuständig. Dort Haag, 42jähriger gelernter Elektromonteur und Informatiker, der in der IT-Abteilung des kantonalen Amts für Berufsberatung und Berufsbildung arbeitet. Er lebt seit 2008 in Felben-Wellhausen, ist verheiratet und hat kleine Kinder. Kontrahentin Stucki ist ebenfalls verheiratet und im Jahr 1988 zugezogen. Ihre drei Kinder sind erwachsen.

Kandidaten machen lachen

Inhaltlich hätten sich die Anwesenden am Montagabend vielleicht etwas mehr Reibungsflächen zwischen den zwei Kandidierenden gewünscht. Beide verkaufen sich ganz gut, bringen das Publikum auch zum Lachen – etwa als Haag den Wunsch an die Bevölkerung äussert: «Macht mehr Kinder, damit unsere gute Familieninfrastruktur auch in Zukunft genutzt wird.» Stucki wiederum weist darauf hin, dass sie in Sachen Zeitmanagement für das Amt flexibel sei, «weil die Kinder aus dem Haus und der Mann auch oft fort» sei. Parteipolitisch haben die Wähler zwar die Auswahl zwischen dem parteilosen Haag und dem CVP-Mitglied Stucki. In der Ja-/Nein-Fragerunde sind die Antworten aber fast immer gleich. Differenzen gibt es nur bei zwei Fragen. Stucki findet, dass nicht mehr Landwirtschaftsland zu Bauzone werden soll. Haag würde um der Entwicklung willen mehr einzonen. Auch bei der Frage, ob der Frauenfelder Stadtbus dereinst auch Felben-Wellhausen erschliessen sollte, sind sie sich uneins: Haag ist dafür, Stucki dagegen. Beide zeigen sich aber grundsätzlich ÖV-freundlich («die gute Anbindungen»), wollen Industrie und Gewerbe fördern, setzen sich für den Erhalt des Dorfladens ein und sprechen sich für einen Autobahn-Halbanschluss Pfyn aus.

Zwei im «Wohlfühldorf»

Beide fühlen sich daheim im «Wohlfühldorf» (Haag), das nicht zur Schlafgemeinde (Stucki) werden soll, beide wollen mitgestalten. Handlungsbedarf in der Gemeinde sieht Stucki keinen, «denn das Thema Dorfzentrum wird ja nun angepackt». Eine Apotheke im Dorf: Das würde Haag wunschlos glücklich machen. Und die Bevölkerung weiss nun wohl ein wenig mehr, wen sie am 8. März wählen will.

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