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AMRISWIL: Ein Preis, der beflügelt

Gestern Abend empfing Olli Hauenstein den Kulturpreis des Kantons. Viele Weggefährten, Bekannte und Prominente feierten mit dem Clown aus Sommeri.
Manuel Nagel
Olli Hauenstein – an der ersten Säge – spielt an der Preisverleihung mit dem Quartetto Appassionato Walzer Nummer 2 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch. (Bild: Donato Caspari)

Olli Hauenstein – an der ersten Säge – spielt an der Preisverleihung mit dem Quartetto Appassionato Walzer Nummer 2 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch. (Bild: Donato Caspari)

«Ich möchte mich bedanken bei der Kulturkommission», sprach Olli Hauenstein. «Sie hat eine gute Auswahl getroffen.» Da kam er zum Ausdruck, dieser feine und leise Witz des 64-jährigen Clowns, der soeben von Regierungsrätin Monika Knill die Urkunde des Thurgauer Kultur-preises entgegennehmen durfte. Lachen im Publikum des vollbesetzten Kulturforums und Applaus von den Stuhlreihen – der schönste Lohn für einen Clown.

Olli Hauenstein wird flankiert von Laudator Alfred Müller und Regierungsrätin Monika Knill, von der er den Kulturpreis des Kantons Thurgau entgegennehmen durfte. (Bild: Donato Caspari)

Olli Hauenstein wird flankiert von Laudator Alfred Müller und Regierungsrätin Monika Knill, von der er den Kulturpreis des Kantons Thurgau entgegennehmen durfte. (Bild: Donato Caspari)



Ein chaotischer Kreator sei er, und auch ein Kreator von Chaos, meinte der frisch gekürte Preisträger, als er sich auch bei seiner Ehefrau Ulrike bedankte, die das aushalten müsse. Die beiden lernten sich 1985 auf Tournee mit dem Circus Roncalli kennen und lieben und bewohnen nun schon seit über einem Vierteljahrhundert ein ehemaliges Bauernhaus in Sommeri. «Kreativität», so Olli Hauenstein, «ist in gewissen Belangen auch ein Handicap.» Den Kulturpreis des Kantons bekam Hauenstein unter anderem auch deshalb, weil er nicht nur mit seinem Handicap so vielen Menschen ein Lachen ins Gesicht zauberte, sondern weil er auch immer wieder Menschen mit einer Beeinträchtigung die Chance gab, auf der Bühne zu stehen. In seinem aktuellen Programm «Clown-Syndrom» tourt er mit Bühnenpartner Eric Gadient durch die Schweiz. Den Schauspieler mit Down-Syndrom entdeckte er in der Theatergruppe der Bildungsstätte Sommeri.

Der Mentor wurde sein Freund

Umrahmt wurde die gestrige Feier vom Quartetto Appassionato, welches vor allem ungarische Tänze spielte. Es war der Wunsch Olli Hauensteins, denn Ungarn spielte in seiner Karriere eine wichtige Rolle. «In Budapest hat Olli studiert», sagte Hauensteins langjähriger Freund Alfred Müller, der die Laudatio hielt. Und dort habe er auch Illi Szekeres getroffen. Die beiden seien ein Künstler- und Ehepaar geworden und feierten auch nach ihrer Trennung grosse Erfolge.
«Zwei Menschen haben mich künstlerisch am längsten begleitet», sagte Olli Hauenstein zum Publikum. Illi Szekeres sei die eine, Roy Bosier sei der andere. Bei ihm absolvierte Hauenstein die Pantomimen-Ausbildung in Rom. Es entwickelte sich eine innige Freundschaft zwischen Hauenstein und seinem Mentor, der ihn später oft in Sommeri besucht hat. «Er schaut jetzt auf uns herab», sagte Olli Hauenstein und musste einen Moment innehalten, als er an seinen 2004 verstorbenen Freund dachte.
Der Preis werde ihn, so Olli Hauenstein, auf seinem weiteren künstlerischen Weg beflügeln. «Ein Weg, der hoch und runter geht – und im Moment schwimme ich auf einer grossen Welle.»

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