Am Ende hilft nur ziviler Ungehorsam

Frauenfeld weiss, wie man ordentlich auf den Putz haut – zumindest wenn es um «Eidgenössische» geht. Kürzlich aber ging das süffige Winzerfest in der Altstadt über die Bühne. Und von der Murg-Auen-Park-Eröffnung könnte sogar noch knapp das berühmte Gläsli Bürgerwein zu viel nachwirken.

Mathias Frei
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Frauenfeld weiss, wie man ordentlich auf den Putz haut – zumindest wenn es um «Eidgenössische» geht. Kürzlich aber ging das süffige Winzerfest in der Altstadt über die Bühne. Und von der Murg-Auen-Park-Eröffnung könnte sogar noch knapp das berühmte Gläsli Bürgerwein zu viel nachwirken. Aber nein, Festschluss war beide Male schon um elf Uhr abends. Um diese Uhrzeit hat man ja noch nicht einmal so viel getrunken, dass man sich überhaupt an den Bürgerwein wagte. Mein Gott. Soll die Schweizer Feststadt schlechthin etwa prüder werden als das zwinglianische Zürich zu seinen besten Zeiten? Und den Bechtelistag wollen sie uns dann wohl auch noch nehmen? Wofür zahlen wir denn noch Steuern? Etwa um schon um elf Uhr nachts traurig nach Hause zu trotten? Da muss doch der Bund der Steuerzahler aktiv werden, heinemol. Oder wenigstens Chrampfe & Hirne eine Initiative lancieren – für mindestens vier Freinächte pro Jahr.

Am Ende hilft nur noch ziviler Ungehorsam. Also einfach auf der Festbank sitzenbleiben. Bis morgens um 4 Uhr – oder bis man auf der Festbank sitzend von Kantonspolizisten weggetragen wird. Und dazu «Bürgerwein für alle, sonst machen wir Krawalle» skandieren. Das wirkt sicher – oder macht wenigstens Kopfweh.

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