Am damaligen Leben teilhaben

«Vom Bodensee nach Bischofszell»: In dieser Publikationsreihe ist der zweite Band «Der Thurgau im späten Mittelalter» erschienen. Regierungsrätin Monika Knill sprach von der Wichtigkeit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

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Hans-Peter Thür vom Verlag NZZ Libro übergibt Regierungsrätin Monika Knill das druckfrische Buch. (Bild: pd)

Hans-Peter Thür vom Verlag NZZ Libro übergibt Regierungsrätin Monika Knill das druckfrische Buch. (Bild: pd)

Er wirft einen vertieften Blick auf Alltag und Wirtschaft der Region vor 500 Jahren, der eben erschienene Band «Der Thurgau im späten Mittelalter». «Eine lebendige Geschichtsbeschreibung und aktive Geschichtsvermittlung ist der Thurgauer Regierung wichtig», so Regierungsrätin Monika Knill bei ihrer Ansprache an der Vernissage am Mittwochabend. Die Buchreihe schaffe eine wichtige Verbindung für die verschiedenen Aktivitäten in Kultur, Tourismus und Wirtschaft, so Knill weiter. «Wir setzen uns mit unserer Geschichte auseinander und schauen dabei über die Grenzen hinaus. Ich bin überzeugt, dass dieser zweite Band einen wichtigen Beitrag dazu leistet und über die Jubiläumsjahre hinaus Bestand haben wird.»

Wirtschaftliche Verknüpfung

Der zweite Band lässt den Leser etwa teilhaben am Leben des Weinbauern Conlin Riser und des Textilhändlers Andreas Schallt – an den Problemen und Sorgen, welche die beiden vor 500 Jahren plagten. Das Buch nimmt die Leserin und den Leser aber auch mit in den Alltag und das Zusammenleben von Grundbesitzern und Bauern und liefert eine Einführung in die Rechte und Pflichten Adeliger, Klöster und ihrer Lehensbauern und beschreibt, wie Probleme damals gelöst wurden, schreibt das Amt für Kultur. Das Buch zeige ausserdem die enge wirtschaftliche Verknüpfung des Thurgaus mit der Stadt Konstanz auf. Nicht umsonst stehe in Konstanz heute noch ein Haus mit dem Namen «zum Thurgau». Es war im 15. Jahrhundert der Sitz der mächtigen Zunft der Kaufleute.

Beeindruckendes Bischofszell

Der Ort der Vernissage des zweiten Bandes sei nicht zufällig gewählt worden. Bischofszell spielt im zweiten Band eine wichtige Rolle und ist für eine Darstellung des spätmittelalterlichen Thurgauer Alltags besonders attraktiv. Die damalige Thurgauer Stadt mit rund 100 Häusern war so etwas wie ein kleiner «Kosmos», schreibt das Kulturamt weiter. Wie im Buch beschrieben wird, verfügte die Stadt über ein beeindruckendes Gemeinwesen und erlebte im 15. Jahrhundert eine markante städtebauliche Entwicklung.

Die Buchreihe «Der Thurgau im späten Mittelalter» wurde anlässlich des 600-Jahre-Konziljubiläums von Konstanz lanciert. Das Ziel ist die Aufarbeitung der Folgen des Konstanzer Konzils, das von 1414 bis 1418 stattfand, für den heutigen Thurgau. Die Bände sind thematisch gegliedert und beleuchten politische und religiöse Entwicklungen sowie Alltagsgeschichten.