Alte Mauern, leere Kassen

Südsicht

Olaf Kühne
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Geld, Geld, Geld – und weil’s so schön war, gleich noch mal: Geld! Ein beherrschendes Thema – nebst Terror und Fussball natürlich. Wobei die Grenzen hier eh oftmals nicht klar sind. Und vom lieben Geld, behaupten Politiker, sei viel zu wenig vorhanden. Zwar bezahlen wir massig Steuern. Aber wenn es die Prioritäten gebieten, muss man damit halt für eine halbe Milliarde alte Armeelastwagen aufpeppen. Da bleibt ein noch älteres Kloster eben auf der Strecke.

Weder Staat noch Kirche lassen etwas springen, beklagt sich der Verein Kloster Fischingen. Stimmt so nicht ganz. Für den Umbau der altehrwürdigen Mauern in ein Seminarhotel gab’s vom Kanton eine Million. Aus einem allerorten heiss begehrten Töpfchen, dem Lotteriefonds. Das liegt allerdings schon drei Jahre zurück, da kann man so ein kleines Sümmchen schon mal vergessen.

Nun ist das Kloster Fischingen tatsächlich eine Einrichtung von nationaler Bedeutung. So eine braune Tafel auf der Autobahn gibt’s schliesslich nicht für jeden Quatsch. Aber reicht das, um den armen Steuerzahler zu schröpfen? Vielleicht wären die über hundert Arbeitsplätze im noch ärmeren Fischingen das bessere Argument, um den einen oder anderen Politiker aus der Reserve zu locken. Beim Duro-Irrsinn hat diese Karte bekanntlich auch gestochen.

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch