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Alt Nationalrätin Danuser gestorben

Menga Danuser gehörte im Thurgau zu den Vorkämpferinnen für Frauenrechte und Umweltschutz. Im Alter von 60 Jahren ist die ehemalige SP-Nationalrätin am Samstag verstorben.
Christof Widmer
Menga Danuser im Nationalratssaal am 2. Dezember 1992. (Archivbild: Ueli Hiltpold)

Menga Danuser im Nationalratssaal am 2. Dezember 1992. (Archivbild: Ueli Hiltpold)

Frauenfeld. Erschüttert reagierten politische Weggefährtinnen und Weggefährten auf den überraschenden Tod von Menga Danuser. Die ehemalige SP-Nationalrätin ist am Samstag im Alter von 60 Jahren an einem Herzversagen gestorben.

Danuser politisierte von 1987 bis 1995 in Bern. Sie war die erste gewählte Nationalrätin im Thurgau. Vor ihr war zwar 1986 und 1987 Margrit Camenzind für die CVP im Nationalrat. Sie war aber für ihren im Amt verschiedenen Vorgänger nachgerückt und wurde 1987 nicht bestätigt.

Aushängeschild der SP Thurgau

Die in Frauenfeld aufgewachsene Menga Danuser machte sich mit dem Kampf für die Frauenrechte und für den Umweltschutz einen Namen. Sie habe diese Themen auf die politische Agenda gebracht, als sie auch in der SP Thurgau noch zu wenig ernst genommen wurden, sagt der heutige Oberrichter Peter Hausammann, Parteifreund und zeitweiliger Nachbar Danusers. «Sie war wichtig für die SP als Vorreiterin in der Frauen und Umweltpolitik.» Zusammen mit Thomas Onken und Jost Gross sei Danuser in den 80er- und 90er-Jahren ein Aushängeschild der SP Thurgau gewesen, sagt auch Erika Glättli, die ehemalige Präsidentin der SP Frauen. Es sei beängstigend, dass alle drei früh gestorben seien.

Danuser habe schon in jungen Jahren für das Frauenstimmrecht gekämpft, erinnert sich ihre langjährige Freundin Barbara Schneider. Von 1975 bis 1983 gehörte Danuser dann dem Frauenfelder Gemeinderat an. 1976 wurde sie in den Grossen Rat gewählt. Danuser sei eine Politikerin gewesen, die in eine Debatte eingreifen konnte und nicht nur Statements vom Blatt las, erinnert sich Parteifreund Matthias Peters, der mit ihr im Gemeinderat politisierte.

«Restwasser-Menga»

In Bern machte sich Danuser als Umweltpolitikerin einen Namen. Sie engagierte sich für einen besseren Gewässerschutz, was ihr den Übernamen «Restwasser-Menga» einbrachte – in Anspielung an die für Stauwerke vorgeschriebenen Restwassermengen. In der Greina-Stiftung kämpfte sie an vorderster Front für den Schutz der Hochebene.

Landesweit bekannt geworden ist Danuser in der Fichen-Affäre 1989. Wie Hunderttausende andere war sie vom Staatsschutz bespitzelt worden. «Trinkt abends gern ein Bier», lautet ein Eintrag in Danusers Fiche. Er wurde zum Sinnbild für die haarsträubende Sammelwut des Staatsschutzes.

Frauenliste war Verhängnis

Kritiker sahen Danuser in Bern aber als Hinterbänklerin. Kurz vor den Wahlen 1995 zählte sie das Magazin «Facts» zu den No-Names, die sich nicht einmal für eine Abwahlempfehlung lohnen. Im Thurgau zum Verhängnis geworden ist Danuser, dass die SP mit einer Männer- und einer Frauenliste angetreten ist – mit dem Ziel, zwei Nationalratssitze zu holen. Allerdings holte die SP nur einen Sitz, der an Jost Gross von der Männerliste ging. Danuser habe vor der separaten Liste gewarnt, berichtet Parteifreundin Glättli, die sich für die Frauenliste eingesetzt hatte. Nach der Abwahl habe sie sich aber nie beklagt.

Danuser lebte zuletzt zurückgezogen in Frauenfeld. Sie hat sich aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensionieren lassen. Ihre Stelle als Seklehrerin hatte sie auch während der Zeit im Nationalrat behalten. «Sie hat sich verbraucht», sagt ihre Freundin Barbara Schneider. Danuser habe zu früh zu viel zu aktiv gemacht.

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