Alltag bei den Waldschraten

Die Wanderbühne Dr. Eisenbarth aus Bern liess am Mittwoch im Wald oberhalb Hüttwilen zwei Waldschrate einen Wurm suchen. Die kleineren Kinder fürchteten sich vor ihnen.

Cornelia Roth-Herzog
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Lolo ahnt nicht, dass der rote Wurm Dödö bereits aus seinem Versteck gekrochen ist. (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

Lolo ahnt nicht, dass der rote Wurm Dödö bereits aus seinem Versteck gekrochen ist. (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

HÜTTWILEN. Ein liebevolles Theater war angekündigt worden, in Körpersprache, für die ganz Kleinen, von der Wanderbühne Dr. Eisenbarth aus Bern. Der Aufmarsch der angesprochenen Drei- bis Sechsjährigen war imposant: drei Kindergartenklassen aus Nussbaumen und Hüttwilen, die Spielgruppe sowie etliche Kleine mit ihren Müttern. Sie alle konnten es kaum erwarten, die Waldschrate Lolo und Mimi kennenzulernen und mit ihnen die Titelfigur Dödö zu suchen.

Ermüdete Zuschauer

Doch bis zu «Dödö und der Zauberwald» war es noch weit zu wandern. Die Kinder waren am Ziel fast so müde wie Lolo und Mimi, die beiden grüngekleideten Wesen mit ihren Zackenkappen und den spitzen Schuhen, die nach dem Aufwachen miteinander spielten, einander kitzelten, neckten, zum Weinen brachten, wieder trösteten, mit den Kindern spielten und nach einer Dreiviertelstunde wieder einschliefen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Mit ihrer Erscheinung hatten Mimi und Lolo zu Beginn vor allem den Kleinsten Angst eingejagt, alle mit skurrilen Bewegungen einige Male zum Lachen gebracht und die Erwachsenen angeregt, über Sprache nachzudenken. Die Waldschrate sprachen nämlich eine «Troll-Sprache», ähnlich dem Gebrabbel kleiner Kinder, gemischt mit Wortbrocken, die an Italienisch und Französisch erinnerten.

Einziges liebes Wesen

Im Gegensatz zur Sprache, die trotz ihrer Merkwürdigkeit verstanden wurde, verstanden viele Kinder nicht, wieso der Wurm Dödö, der dem Stück den Titel gegeben hatte, so wenig darin vorgekommen war.

Schliesslich war er «der einzige, der lieb war», wie sich ein Dreijähriger ausdrückte.