Allmend soll keine Abfallhalde werden

Ein Open Air macht den Besuchern Freude, hinterlässt aber auch viel Abfall. Mit einem Depot-System will das Frauenfelder Open Air gegen die Abfallberge vorgehen.

Kaspar Enz
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Neues Depot-System: Abfall auf dem OpenAir-Gelände. (Bild: Donato Caspari)

Neues Depot-System: Abfall auf dem OpenAir-Gelände. (Bild: Donato Caspari)

Am kommenden 11. Juli ist es wieder so weit: Zehntausende strömen für das dreitägige Festival in die Frauenfelder Allmend.

Doch wenn Zehntausende gemeinsam feiern, lassen sie unzählige Becher, Büchsen und PET-Flaschen sowie weiteren Abfall zurück. 130 Tonnen Abfall wurden nach dem letztjährigen Open Air entsorgt, sagt dessen Sprecher Marcel Wyss.

Depot auch auf Mitbringsel

Dieses Jahr soll das Frauenfelder Open Air kleinere Abfallberge hinterlassen. Angesetzt wird bei den Bechern, Flaschen und Büchsen, die oft auf dem Boden landen. Zwei Franken Depot werden für jeden Becher und jede Flasche erhoben, die auf dem Gelände gekauft werden. Mit dem Becher oder der Flasche erhält der Käufer einen Jeton, den er mitsamt dem Becher an jeder Verkaufsstelle zurückbringen kann. Am Eingang zum Festival wird dieses Depot auch für mitgebrachte Flaschen und Büchsen erhoben.

Auch gegen den Abfall auf dem Campingplatz wird etwas getan. Campierende Festivalbesucher müssen gegen ein Depot von zehn Franken einen Abfallsack beziehen. Das Depot wird für den vollen Sack zurückerstattet.

Drei Viertel weniger Becher

Die Organisatoren hoffen, mit diesem Schritt mindestens 75 Prozent der Trinkbehälter in den Recyclingkreislauf zu bringen. Es sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt Sprecher Marcel Wyss.

Für spätere Ausgaben des Frauenfelder Open Airs überlege man sich weitere Schritte zum Wohl der Umwelt. Wyss erwähnt die Einführung von Mehrweg-Bechern und eine Abkehr von Alu-Büchsen.

St. Gallen: 85 Prozent Rücklauf

Seit drei Jahren hat das OpenAir St. Gallen ein ähnliches System. Der Becherrücklauf habe im letzten Jahr 85 Prozent betragen, sagt Christof Huber, Geschäftsführer des St. Galler OpenAir. Es habe auch für den Platz selber positive Auswirkungen. Wenn weniger Abfall herumliege, würden sich die Besucher wohler fühlen.

Der Abfall sei aber nur ein Teil der Auswirkungen, die ein Open Air auf die Umwelt habe, sagt Huber. Belastender sei die Mobilität der Besucher.

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