Alles so poetisch und so schön

Letzte Klappe auf der Insel Werd: Sängerin Maria Christina van Hemelreijk hat sich den Rhein als Kulisse für ihr neustes Musikvideo ausgesucht. Die Dreharbeiten gestern blieben trotz Traumwetter nicht ohne Hektik.

Margrith Pfister-Kübler
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Der Eschenzer Kutscher Hansueli Debrunner fährt Sängerin Maria Christina van Hemelreijk mit seinem Zweispänner den Rhein entlang zur Insel Werd. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Der Eschenzer Kutscher Hansueli Debrunner fährt Sängerin Maria Christina van Hemelreijk mit seinem Zweispänner den Rhein entlang zur Insel Werd. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

ESCHENZ. Die Dreharbeiten zum 3D-Musikvideo der belgisch-schweizerischen Soul-Sängerin Maria Christina van Hemelreijk mit dem Songwriter, Sänger und Musik-Produzenten London Jones setzte gestern dies und jenseits des Rheins bei Eschenz Akzente. Durchhaltewille war gefragt, auch noch am späteren Nachmittag, als das Aufnahme-Team unter der Regie von Ernie Soller nach vielen Stunden in Stein am Rhein und dem Hohenklingen in Eschenz anreiste.

Die Drohne filmt von oben

Zahllose Runden hatte der Eschenzer Kutscher Hansueli Debrunner vor den historischen Häusern in Stein am Rhein gedreht, als kostbare Fracht Sängerin Maria Christina van Hemelreijk und den Sänger London Jones auf dem herausgeputzten Wagen, während die ferngesteuerte Drohne mit Kamera die Botschaften festhielt. Und dies alles, ohne dass die braven Pferde scheuten. Die Kutschenfahrt dem Rheinweg entlang nach Eschenz liess Maria Christina van Hemelreijk geradezu juchzen. «Hier ist alles so poetisch, so schön. Dieser weisse Sand im Rhein erinnert mich an Flandern. Ich habe mein Herz an diese Region verloren.» Zweifellos, sie reagiert wie ein Naturkind. «Bitte lauter sprechen, ich habe meine Hörhilfe nicht fixiert, weil das auf den Bildern nicht gut aussieht», erklärt sie und setzt voraus, dass man von ihrem Handicap weiss (Kasten).

Ruhig inmitten der Aufregung

Diszipliniert und ruhig lässt sie sich auf dem Werdli-Parkplatz schminken, während ringsum Aufregung herrscht. Alles verspätet. Und jetzt hat sich London Jones mit Begleitung auch noch verfahren. «Die wissen nicht, wo sie sind. Tatsächlich, die sind über die Grenze nach Deutschland gefahren.» London Jones lebt schliesslich in Los Angeles, da sind die Verhältnisse anders. «In meiner Heimat wird das Video grosses Aufsehen erregen. So eine historische Kulisse gibt es in den Staaten nirgends», sagt London Jones zum Video-Dreh am Rhein.

Regisseur Ernie Soller, aufgewachsen in Münchwilen, drängt: «Keine Zeit zum Blööterle. Jetzt geht's auf die Insel Werd zum Labyrinth» und fügt mit Erleichterung an: «Gott sei Dank ist Sommerzeit, dann kriegen wir es noch hin.» Im Mai kommt das Video «Love Lift Me, I'm Down» in den USA auf den Markt, im Herbst in Europa.