Alles Gute aus dem Thurgau

Ein Kürbis aus Dozwil misst sich morgen im deutschen Ludwigsburg mit den grössten Kürbissen aus ganz Europa. Sein Züchter heisst Jürg Wiesli und ist grünliberaler Kantonsrat.

David Angst
Drucken
Teilen

Ein Kürbis aus Dozwil misst sich morgen im deutschen Ludwigsburg mit den grössten Kürbissen aus ganz Europa. Sein Züchter heisst Jürg Wiesli und ist grünliberaler Kantonsrat.

Damit haben die Grünliberalen Thurgau auch in diesem Jahr wieder einen PR-Coup gelandet. 2011 schafften sie völlig überraschend mit fünf Prozent Wähleranteil den Einzug in den Nationalrat. Letztes Jahr transferierten sie medienwirksam die Grand Old Lady der SVP, Marlies Näf-Hofmann. Und nun eben die Teilnahme an der Kürbis-Europameisterschaft.

Man muss sich das vor Augen halten: Es gibt an diesem Wochenende in ganz Deutschland mehr grünliberale Kürbisse als liberale Bundestagsabgeordnete. Die Botschaft an die Wähler ist eindeutig: Grün und liberal vereint sind der beste Dünger weit und breit. Das dürfte auch in Deutschland einleuchten, umso mehr als der Kürbis aus einem Kanton kommt, der die Farben Grün und Gelb im Wappen trägt. Der Dozwiler Kürbis ist also auch ein perfekter Standortmarketing-Botschafter für den Thurgau.

Der Zufall will es, dass gestern auch eine Thurgauer Autorin einen grossen Auftritt in Deutschland hatte: Tanja Kummer durfte an der Frankfurter Buchmesse aus ihrem Buch «Alles Gute aus dem Thurgau» vorlesen. Während Kürbis und Kummer auf den grossen deutschen Bühnen auftreten, streiten sich in der Heimat die grössten Städte – regiert mehrheitlich von Liberalen – um das Historische Museum.

Es könnte durchaus sein, dass sie einmal mehr die Rechnung ohne den Wiesli gemacht haben, und dass die zweitkleinste Thurgauer Gemeinde – Dozwil – obenaus schwingt. Mit Hilfe des ebenfalls dort ansässigen Erzengels Michael ist es Jürg Wiesli durchaus zuzutrauen, nicht nur das Historische Museum nach Dozwil zu bringen, sondern vielleicht auch noch das Atommüll-Endlager. Und dann, ja dann, steht einer Bundesratskandidatur nichts mehr im Weg.

david.angst@thurgauerzeitung.ch

Aktuelle Nachrichten