Alle zwei Jahre im Ausnahmezustand

WIEZIKON. Seit 50 Jahren gibt es das Dorffest Wiezikon. Die ganze Bevölkerung packt jeweils mit an und leistet unzählige Fronstunden. So wird aus dem Dorfplatz für drei Tage eine Chnebelhütte.

Christoph Okle
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Hannes vo Wald überlässt den Zauberstab einer jungen Besucherin. (Bild: Christoph Oklé)

Hannes vo Wald überlässt den Zauberstab einer jungen Besucherin. (Bild: Christoph Oklé)

wIEZIKON. Das Dorffest hat eine 50jährige Tradition. Am vergangenen Wochenende wurde wieder einmal gefeiert. Damit der Anlass zustande kommt, packt jeweils die ganze Dorfbevölkerung mit an, leistet unzählige Fronstunden, und zwar vor, während und nach dem Fest. So wird zum Beispiel der gesamte Dorfplatz am Wochenende davor eingepackt. Das dabei entstandene Gebäude mit den integrierten Hausfassaden als heimelige Kulisse nennt sich Chnebelhütte.

Dem Regen getrotzt

Die wasserdichte Konstruktion trotzte den ausgiebigen Regengüssen vom Wochenende. Nur ab und zu suchte sich ein temporärer Dorfbach seinen Weg durch den Eingang hinein und vorne unter der Bühne wieder hinaus. Am Freitagmittag startete der Grossanlass mit dem 6. Ländlertreff.

Am Samstagabend standen Unterhaltung und Tanz auf dem Programm und am Sonntag ein ökumenischer Gottesdienst, musikalisch begleitet vom Egger Hobby-Chor und der Universal Brass Band. Diese spielte auch während des Mittagessens auf, das in der 100jährigen Gulaschkanone zubereitet worden war.

Während 25 Jahren war Max Egli als Programmchef verantwortlich, dass mit dem zur Verfügung stehenden Budget möglichst viel geboten wurde. Dies war sein letztes Dorffest in dieser Charge. Die Verantwortung wird er einer jüngeren Generation übergeben. Dorfvereinspräsident Matthias Erne verabschiedete Egli und dankte ihm für sein langes und grosses Engagement. An einer Nachfolge Interessierte können sich bei Erne melden.

Am Samstagabend war die Festhütte wieder einmal knallvoll. Drei Stunden lang wurde das Publikum unterhalten. Dabei sorgten die Berner Jöggu & Miggu mit ihrem vielseitigen Repertoire für Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Zaubereien und Karate

Der Appenzeller Hannes vo Wald verblüffte das Publikum mit seiner Präsenz. Denn nicht nur auf vielerlei Zauberkunststücke verstand er sich, sondern auch darauf, das Publikum zu unterhalten und einzelne Besucherinnen und Besucher in die Show einzubeziehen. Auch Sportliches wurde geboten. In ihrem Auftritt gab die Truppe des fünffachen Schweizer Meisters Antonio Polimeno einen Einblick in die Welt des Karate. Der sechsjährige Silas Sturzenegger, Gewinner der Hinterthurgauer Talentshow, brillierte mit seinen Hula-Hoop-Ringen. Applaus erntete auch der zwölfjährige Kilian Appert vom Steinbruchhof für seine Dressurnummer mit dem dreimonatigen Zicklein Coleen.

Nach dem offiziellen Teil war aber lange noch nicht Schluss. Die Kaffeestube lud zu Cappuccino und Kuchen, und bis in die Morgenstunden konnte das Tanzbein geschwungen werden.