Alle Schüler nach Lanzenneunforn

LANZENNEUNFORN. Dieses Wochenende stimmen die Schulbürger von Herdern-Dettighofen darüber ab, ob nur die Schule in Herdern oder auch die in Lanzenneunforn fortbestehen soll. Ein örtliches Komitee fordert Lanzenneunforn als einzigen Standort.

Katharina Brenner
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Ein örtliches Komitee will das Schulhaus in Lanzenneunforn stärken. (Bild: Donato Caspari)

Ein örtliches Komitee will das Schulhaus in Lanzenneunforn stärken. (Bild: Donato Caspari)

A oder B, dazwischen entscheiden sich die Bürger der Schulgemeinde Herdern-Dettighofen am Wochenende. Variante A sieht vor, dass es nur noch in Herdern, Variante B, dass es in Herdern und in Lanzenneunforn weiterhin eine Primarschule gibt. Zwei Optionen, das sind einem örtlichen Komitee, das sich vor der Abstimmung zusammengeschlossen hat, zu wenig.

32 Personen haben ein Flugblatt unterzeichnet, das sich für einen einzigen Schulstandort «Mitte» in Lanzenneunforn stark macht. Auf dem Flugblatt berufen sich die Unterzeichner auf die rund 8,2 Millionen Franken, die die Einrichtung eines einzigen Standorts in Herdern kosten soll. Diese Zahl hat die Schulbehörde veröffentlicht. Unter diesen Betrag fällt auch der Bau einer Mehrzweckhalle in Herdern für 4,5 Millionen Franken. Das örtliche Komitee hält das für eine Steuergeldverschwendung, da im Gegenzug «eine guterhaltene Mehrzweckhalle in Lanzenneunforn» stillgelegt werde. Höhere Schulsteuern sind mit dieser Lösung nach Meinung des Komitees unumgänglich.

Kritik an der Behörde

Ruedi Buzek, ehemaliger SP-Kantonsrat, zählt zu den Unterzeichnern des Flugblatts: «Bisher haben wir keine Antwort darauf, was mit der Mehrzweckhalle in Lanzenneunforn passieren soll.» Buzek kritisiert das Vorgehen der Behörde: eine schlechte Kommunikation und kaum Diskussionen. Zu schnell sei die Entscheidung auf die Varianten gefallen, die am Sonntag zur Abstimmung stehen.

Auf dem Flugblatt rufen die Unterzeichner dazu auf, am Sonntag für Variante B mit zwei Standorten abzustimmen. Bei der Budgetgemeindeversammlung am 24. November wollen sie dann einen Antrag für den Schulstandort «Mitte» stellen. Der beinhaltet die folgenden Baumassnahmen in Lanzenneunforn: vier neue Schulzimmer, 2000 Quadratmeter Bauland, eine Verbindung zur bestehenden Schulanlage und neue Parkplätze. Hinzu kommen Reparaturen und Unterhaltsarbeiten. Das Komitee rechnet mit insgesamt 2,3 Millionen Franken für den Standort «Mitte» gegenüber den 8,2 Millionen, die die Variante in Herdern kosten soll.

«Ich weiss nicht, wie diese Zahlen zusammengekommen sind», sagt der Präsident der Primarschulgemeinde, Marc Meile, dazu. Ihm würden die genauen Zahlen vorenthalten werden.

Prüfung durch Zürcher Firma

Die Rechnungen, auf die sich Meile und die Schulbehörde stützen, stammen von der Zürcher Immobilienberatungsfirma Wüest und Partner. Sie hatte im Auftrag der Schulbehörde die Standorte auf pädagogische, gesellschaftlich-politische und wirtschaftliche Vor- und Nachteile hin analysiert. Das Ergebnis: ein einziger Standort in Herdern sei wirtschaftlich und für die Schulorganisation die beste Lösung. Für die Politischen Gemeinden wären jeweils die Varianten am besten, welche die Schulen im Dorf belassen. Dettighofen war als Standort weggefallen, da diese Lösung laut den Experten wirtschaftlich unattraktiv ist. Ein Nachteil der beiden Varianten, die jetzt zur Abstimmung stehen, ist der längere Schulweg für einige Schüler.

Zeitraum ungewiss

Marc Meile, der Präsident der Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen, möchte kurz vor der Abstimmung keine Variante der anderen vorziehen: «Wir müssen das Ergebnis abwarten, dann sehen wir weiter.» Wann die Entscheidung letztlich falle, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Dass es noch dieses Jahr passiere, könne er nicht garantieren.

Ruedi Buzek Unterzeichner des Flugblatts für den Schulstandort «Mitte» (Bild: pd)

Ruedi Buzek Unterzeichner des Flugblatts für den Schulstandort «Mitte» (Bild: pd)