ALKOHOL: Blaues Kreuz achtet auf Finanzen

Die Mitglieder des Blauen Kreuzes Schaffhausen-Thurgau wählten an ihrer Versammlung einen neuen Präsidenten. Der Vorstand gab zudem bekannt, dass das Blaukreuzhaus Oase in Weinfelden erweitert werden soll.

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Der Vorstand des Blauen Kreuzes SH-TG mit dem neuen Präsidenten Herbert Furgler (links). (Bild: PD)

Der Vorstand des Blauen Kreuzes SH-TG mit dem neuen Präsidenten Herbert Furgler (links). (Bild: PD)

Andreas Baumann, Vereinspräsident des Blauen Kreuzes Schaffhausen-Thurgau, stellte seinen Rückblick für das Berichtsjahr 2016 symbolisch unter das Motto «weniger unter den Teppich kehren». Dieses bedeute für den Vorstand, offen darzulegen, dass die finanzielle Situation (noch) nicht ausgeglichen sei. Eine Neuorganisation und -präsentation des Blauen Kreuzes SH-TG erforderte Mehraufwendungen, welche die finanziellen Reserven schmälerten. Im laufenden Jahr ist der Vorstand dabei, für ausgeglichene Finanzen zu sorgen.

Die ehrenamtliche Arbeit ist für das Blaue Kreuz SH-TG eine tragende Säule: So wurden im Vorstand, in den Arbeitsgruppen, den Kommissionen, den Vereinen, den Brockenstuben Pfyn und Wängi, im Kafi-Treff Weinfelden und für Sammelaktionen insgesamt rund 13000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Durch die Verwendung des Qualitätsmanagements QuaTheDA (Qualität der Therapie Drogen und Alkohol), für das Herbert Furgler verantwortlich ist, wird gewährleistet, dass wesentliche Aufgaben im operativen und strategischen Bereich transparent sind. «‹QuaTheDA› ist ein permanenter Prozess, der zum Ziel hat, nicht in erster Linie nur besser, sondern bewusster zu werden», sagte Baumann. Der Vereinspräsident stellte fest, dass die Brockis auf ein gutes Berichtsjahr zurückblicken. Mit Samuel Ammann und Robyn Näf konnten im Herbst 2016 die Vakanzen im Team der Fachstelle in Weinfelden wieder entsprechend besetzt werden.

Beim Traktandum Jahresrechnung entstand eine angeregte Diskussion über den beim Kanton Schaffhausen schon lange angeforderten, nach wie vor nicht zugesicherten, Staatsbeitrag an die Arbeit des Blauen Kreuzes SH-TG. Im Gegensatz zum Kanton Thurgau, welcher der Sektion jährlich einen Beitrag aus dem Alkoholzehntel entrichtet, hat der Kanton Schaffhausen bis anhin keinen Staatsbeitrag gesprochen. Baumann sagte, er stehe im Kontakt mit dem Sozialamt und stelle fest, dass etwas Bewegung in diese Angelegenheit kam. Das Beratungsangebot der Fachstelle des Blauen Kreuzes SH-TG werde als Spezialität in diesem Bereich eingestuft, was die Chancen auf einen Beitrag erhöhe. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen definitiven Entscheid des Sozialamtes Schaffhausen.

Ein Altbekannter wird neuer Präsident

Das anwesende Drittel der 168 Mitglieder entschied an der Versammlung – nach angeregter Diskussion – eine leichte Anpassung des Mitgliederbeitrags. Das Traktandum Wahlen drehte sich um das Präsidium: Andreas Baumann hatte bereits an der letzten Versammlung den Rücktritt angekündigt. Der Vorstand schlug Herbert Furgler zur Wahl ins Präsidium vor. Er arbeitete während vieler Jahre an der Fachstelle in Weinfelden. Nach seiner Pensionierung übernahm er in der Übergangsphase der Zusammenführung der Sektionen SH und TG den Wiederaufbau der Beratungsstelle in Schaffhausen.

Der Vorstand informierte die Anwesenden, dass Abklärungen für eine räumliche Erweiterung im Blaukreuzhaus Oase in Weinfelden im Gange sind. Diese erscheint unumgänglich, da die Oase in ihrer Funktion als eine der Lebensmittelabgabestellen von «Tischlein deck dich» und als Kafi-Treff (mit Aktivitäten) an das Limit seiner räumlichen Kapazitäten gestossen ist. Baumann betonte, dass der Vorstand hierfür keine finanziellen Mittel aus dem Vereinsgeld einsetzen wird. Ein Ausbau wird ausdrücklich nur realisiert, wenn genügend Mittel von Sponsoren und Gönnern zur Verfügung stehen. (red)

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