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Albaner gibt es nicht nur auf dem Fussballplatz

Fussball verbindet Völker. Diese Binsenweisheit beweist sich während der laufenden Europameisterschaft einmal mehr. Dabei ist Frauenfeld ein Abbild der multikulturellen Schweiz. Welches Herz für welche Nation schlägt, zeigte am Samstag während des Schweiz-Polen-Spieles ein Rundgang durch die Stadt.
Chris Marty
Cristina De Barros und Arburim Alimi.

Cristina De Barros und Arburim Alimi.

FRAUENFELD. Dass die Schweiz multikulturell ist, bezeugen derzeit mitunter die vielen Fähnchen an den Autos, die auf die Herkunft des Besitzers hinweisen oder mindestens für welche Elf sein Herz an der Endrunde der Fussballchampions in Frankreich schlägt.

Sechzig Prozent für Italien

Manuel Fulciniti (27) ist ursprünglich Italiener und in Frauenfeld geboren. Wir treffen ihn während des Spiels Schweiz gegen Polen im «Arco's» in der Vorstadt. «Heute stehe ich voll auf der Seite der Schweizer. Über die EM gesehen, sympathisiere ich ungefähr sechzig zu vierzig für Italien, mit starkem Herzen für die Schweiz! Verlöre Italien in einer direkten Begegnung der beiden Länder, wäre dies für mich nur halbes Leid.» Auch Daniele Simonetta (25, Kreuzlingen) ist Italiener und hier geboren. Er ist ganz auf Seiten der Italiener, hat aber immer ein Auge auf das Spiel der Schweizer. Würde in einer direkten Begegnung Italien unterliegen, freute er sich für die Eidgenossen. Cristina De Barros (30) kommt aus Portugal. «Mein Geburtsland habe ich zwar im Herzen, bin aber Patriotin für die Schweiz! Egal, wie eine direkte Begegnung ausginge, eine Party gäbe es so oder so!» Arburim Alimi (29) stammt aus Albanien. Er lebt seit 28 Jahren hier und steht auf Seiten der hiesigen Elf: «Es berührt mich, wenn die Schweiz gewinnt oder verliert!»

Im «Peggy's» treffen wir Dzuri Dauti (21), Albaner mit Schweizer Pass, geboren in Albanien: «Im Spiel Albanien – Schweiz war ich für beide Seiten und freute mich, dass die Schweiz gewonnen hat!» Zurzeit ist er in Airolo am Abverdienen des Wachtmeisters in der Schweizer Armee. Schmunzelnd fügt er an: «Nicht nur auf dem Fussballfeld gibt es Albaner, sondern auch im Schweizer Militär!» In Beni Imfeld (23, Wigoltingen) fliesst halb deutsches Blut. Sein Geburtsland ist die Schweiz. «Ich bin ganz auf Seiten der Schweiz und habe keine Beziehung zum deutschen Fussball», gesteht er.

Traurig bei Niederlage

Im Falken Pub und Motel sitzt Dirk Varga (44) vor dem Fernseher und schaut sich das Spiel gegen Polen an. Er stammt aus dem nördlichen Nachbarland und ist heute Schweizer. «Ich <fane> voll für die Schweiz, freue mich aber auch, wenn Deutschland gewinnt. Würde in einer direkten Begegnung die Schweiz verlieren, wäre ich traurig!» Während des Penaltyschiessens treffen wir nochmals Cristina. Sie hantiert mit dem Handy: «Ich bin nervös, habe Hühnerhaut und kann nicht hinschauen!» Am Schluss sagt sie niedergeschlagen: «Schade, keine Party!»

Dzuri Dauti und Beni Imfeld.

Dzuri Dauti und Beni Imfeld.

Dirk Varga aus Frauenfeld. (Bilder: Chris Marty)

Dirk Varga aus Frauenfeld. (Bilder: Chris Marty)

Manuel Fulciniti und Daniele Simonetta.

Manuel Fulciniti und Daniele Simonetta.

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