Alant: Gegen Feuerbrand resistent

ELLIGHAUSEN. Alte Obstsorten sind im Trend. Dies trifft auch für die Apfelsorte Alant zu, denn sie ist in hohem Mass krankheitsresistent. Deshalb wurde sie in Ellighausen zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2014 gekürt.

Kurt Peter
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Urs Müller und Klaus Gersbach degustieren den Alant. (Bild: Kurt Peter)

Urs Müller und Klaus Gersbach degustieren den Alant. (Bild: Kurt Peter)

Seit sechs Jahren kürt die Vereinigung Fructus, die sich dem Erhalt alter Obstsorten widmet, eine Sorte des Jahres. Dieses Jahr bekommt der Alant diese Auszeichnung. In der Baumschule Erich Dickenmann durfte Urs Müller, Leiter der Fachstelle Obstbau im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, die Kürung vornehmen. Dass das Fest in Ellighausen stattfand, war für ihn logisch, denn: «Der Thurgau ist der bedeutendste Obstkanton der Schweiz, jeder dritte Tafelapfel kommt aus dem Thurgau.» Bei den Mostäpfeln stammt fast die Hälfte, bei den Mostbirnen ein Drittel aus dem Thurgau.

Stammt aus dem Kanton Bern

Gefordert werden laut Müller optisch einwandfreie und lang haltbare Früchte, welche jedoch möglichst wenig Pflanzenschutzmittel benötigen. Deshalb sei die Krankheitsrobustheit ganz hoch im Kurs bei Züchtern und Produzenten. Nun sei die Natur aber sehr erfinderisch: «Kaum scheint ein Problem im Griff zu sein, taucht meist ein neues auf.» Müller erwähnte den seit kurzem auftretenden Marssonina-Pilz. Zudem habe der Feuerbrand den Obstbau verändert. Noch nie zuvor habe eine Bakterienkrankheit so grosse Schäden verursacht und so viele Fragen zum Umgang mit alten und neuen Sorten hervorgerufen, führte Urs Müller weiter aus. Der Alant entspreche dem Prototyp einer modernen Apfelsorte. Dieser aus dem Kanton Bern stammende Apfel beweise eine aussergewöhnliche Robustheit gegen den Feuerbrand.

Klaus Gersbach, Präsident von Fructus, stellte die 100jährige Sorte vor. Die Wahl zur Schweizer Obstsorte 2014 beruhe nicht nur auf ihrer Robustheit gegen Feuerbrand. Der Alant zeige keine Anfälligkeit gegen Schorf, die weltweit schlimmste Pilzkrankheit. Der Apfel sei ein guter Tafel- und ein hervorragender Mostapfel. Das mache ihn für den Mostobstanbau auf traditionellen Hochstammbäumen interessant.

Anbau von IP-Suisse belohnt

Die Verwendung von Alant als Spezialmostapfel ist für die Produzenten auch deshalb von Interesse, weil dafür ein höherer Kilopreis zu erzielen ist. Zudem sei der Alant auch wertvoll als «Elternsorte für das Züchtungsprogramm», erklärte Klaus Gersbach. Bereits wurde er mit anderen Sorten gekreuzt. Bei der Vermehrung der Sorte kann Fructus auf die Mithilfe von IP-Suisse zählen. Landwirte, die robuste alte Obstsorten als Hochstämme anbauen, werden von der Vereinigung speziell belohnt. Im kommenden Herbst wird IP-Suisse eine Pflanzaktion organisieren. 500 Hochstammbäume der robusten Sorte Alant stehen zur Verfügung. Gezogen wurden diese in der Baumschule von Erich Dickenmann in Ellighausen.

Originalbäume des Alant stehen keine mehr, der letzte fiel vor sechs Jahren einem Sturm zum Opfer.