Aktivisten für lebenswerte Stadt

FRAUENFELD. Sie hätten es verdient, bei den Frauenfelder Gemeinderatswahlen vom 26. April an Sitzen zuzulegen, sagen die Exponenten von Chrampfe & Hirne. Punkten will CH mit städtischen Themen wie Kultur, Wohnen und Verkehr.

Mathias Frei
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Alle bisherigen CH-Parlamentarier treten wieder an: Darunter auch Mario Weber, Sandra Kern und Peter Hausammann. (Bild: Nana do Carmo)

Alle bisherigen CH-Parlamentarier treten wieder an: Darunter auch Mario Weber, Sandra Kern und Peter Hausammann. (Bild: Nana do Carmo)

Sie gehörte in der vergangenen Legislatur zu den Aktivposten im Frauenfelder Gemeinderat: die links-grüne Gruppierung Chrampfe & Hirne (CH). Immer wieder machten die fünf Gemeinderäte von CH mit Vorstössen im Rat auf sich aufmerksam. Nicht weniger politisches Kalkül beweist CH mit der Lancierung der Wohn-Initiative vergangenen Februar. Mit der Unterschriftensammlung hat auch der Wahlkampf begonnen. Und mittlerweile haben schon über 1000 Frauenfelderinnen und Frauenfelder unterschrieben. Gute Vorzeichen also für die Gemeinderatswahlen vom 26. April. CH tritt mit der Listennummer 8 sowie 30 Köpfen an.

Mindestens Sitze halten

Das CH-Signet bei den Gemeinderatswahlen 1983 war ein Kartoffelstempel-Druck. Die Gruppierung holte auf Anhieb drei Sitze im Stadtparlament. Später konnte man um einen Sitz zulegen. Eine Hochzeit erlebte CH in der Legislatur 2007 bis 2011 mit sechs Sitzen. Bei den Erneuerungswahlen 2011 blieben noch deren fünf. Die Bisherigen, nämlich Peter Hausamann, Heinrich Christ, Mario Weber, Sandra Kern und Benjamin Stricker, treten allesamt wieder an. Nach den kommenden Wahlen will CH im Minimum gleich stark sein. «Denn wir sind eine wichtige Kraft für Frauenfeld», sagt Gemeinderätin Sandra Kern. «Und wenn wir uns mit der Wirkung anderer Frauenfelder Parteien vergleichen, müssten wir sogar zulegen. Wir hätten es verdient», ergänzt CH-Präsident Charles Landert.

Spezifisch städtische Themen

CH war im eigenen Sprachgebrauch lange eine Gruppierung. Nun taucht erstmals der Begriff Stadtpartei auf den Wahlprospekten auf. «Weil wir uns noch stärker als andere um spezifisch städtische Themen kümmern», sagt Gemeinderat Heinrich Christ, der Fraktionspräsident von CH/GP/GLP ist. Das sind für CH etwa Wohnraum- und Kulturpolitik sowie die allgegenwärtige Verkehrsproblematik. Wobei CH gerade bei letzterem einen ganzheitlicheren Ansatz vertritt und Verkehr stets im Kontext von öffentlichem Raum sieht und unter dem Stichwort Lebensqualität beurteilt.

Die CH-Wahlbroschüre erhält überdurchschnittlich viel Text. «Weil wir keine nationale Mutterpartei im Rücken haben, müssen wir uns und unsere Haltung immer wieder erklären», sagt Kern. Diese Unabhängigkeit frei von jedweden Parteiprogrammen sieht Christ gleichwohl als grossen Vorteil für CH. Natürlich seien sie privat auch an der «grossen» Politik interessiert. Aber CH orientiere sich in erster Linie an lokalen Themen.

Als einzige Liste präsentiert CH gleich viele Kandidatinnen wie Kandidaten. Keine andere Liste hat einen derart hohen Frauenanteil. Eine konkrete Frauenquote sei bei CH aber kein Thema, sagt Kern. «Wir schauen einfach auf eine gute Durchmischung in Sachen Beruf, Alter und Wohnquartier.» Das Durchschnittsalter der Kandidierenden beträgt 39 Jahre.

Mehrere Familienbanden

Bei CH liegt das Politisieren, so scheint's, oft in der Familie. Sandra Kerns Mutter war für die FDP im Gemeinderat, Elio Bohners Mutter für CH. Bei Nora Beck sass die Mutter für die SP in der Schulbehörde, bei Severin Beerli der Vater für CH. Wiederum ist der Vater von Salome Scheiben-Müller Gachnanger Gemeindeammann. Markus Dreher ist der Bruder der aktuellen SP-Stadträtin. Und Anna Landerts Schwester war Gemeinderatspäsidentin für CH.

Die TZ stellt sämtliche elf Listen der Gemeinderatswahlen in der Reihenfolge der Listennummern vor.

Bild: MATHIAS FREI

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