Akten der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen werden erschlossen

FRAUENFELD/MÜNSTERLINGEN. Damit der Nachlass des früheren Direktors der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen, Roland Kuhn (1912-2005), erschlossen und erforscht werden kann, hat der Thurgauer Regierungsrat laut Meldung vom Donnerstag einen Nachtragkredit von 80'000 Franken bewilligt.

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Das Thurgauer Staatsarchiv hat den Nachlass von Kuhns Erben Anfang Februar übereignet bekommen. Die Dokumente sollen Aufschluss geben über Kuhns zum Teil kritisiertes Wirken als Arzt, Forscher und Hochschullehrer.

Die beiden früheren Direktoren der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen, Roland Kuhn und Adolf Zolliker, gerieten in die Kritik im Zusammenhang mit Missbrauchs-Vorwürfen gegen einen Pater des früheren Kinderheims St.Iddazell im Kloster Fischingen TG. Jene Vorwürfe werden von einer externen Fachstelle aufgearbeitet.
Zur Debatte stehen die ausgedehnte genealogische Forschung Adolf Zollikers, Gutachten der Klinik zu Schwangerschaftsabbrüchen, Sterilisationen und Kastrationen sowie die Medikamenten-Forschung unter der Leitung von Roland Kuhn.

Kuhns Nachlass wird als erstes geordnet und elektronisch verzeichnet. Der Regierungsrat rechnet mit Kosten von rund 160'000 Franken. Der nun bewilligte Nachtragskredit wird dem Budget 2013 belastet, die restlichen 80'000 Franken werden im ordentlichen Voranschlag 2014 berücksichtigt. Das Staatsarchiv hatte 2005 und 2006 bereits das Archiv der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen übernommen. Die Regierung will die Psychiatrie im Thurgau in der Zeit von 1930 bis 1970 wissenschaftlich erforschen lassen. Bis Ende dieses Jahres erwartet der Thurgauer Regierungsrat einen Antrag für ein Forschungsprojekt. (sda)