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Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch

Wildschweine Der Deutsche Bauernverband fordert als vorbeugende Massnahme gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) den Abschuss von 70 Prozent des Wildschweinbestandes. Im Thurgau hält man allerdings nicht viel davon.

Die deutschen Schweinehalter befürchten, dass bei einem Übergreifen des Virus auf die Hausschweine der Schweinefleisch-Export zusammenbricht, und sie haben Angst um ihre Existenz. Urs Schär vom Verband der Thurgauer Landwirtschaft sagt, dass die ASP auch fatale Folgen für die Thurgauer Schweinehaltungsbetriebe hätte, da der Thurgau hinter Bern und Luzern der drittgrösste Schweineproduzent der Schweiz sei. Beim Ausbruch der Seuche müssten alle Schweine eines betroffenen Betriebs getötet und entsorgt sowie die Stallungen desinfiziert werden. In speziellen Schutz- und Überwachungszonen gäbe es zudem massive Kontrollen und Einschränkungen.

Der Schuss kann auch nach hinten losgehen

Walter Hofstetter vom Thurgauer Informationsdienst sagt, dass die deutsche Forderung schwer durchsetzbar sei, da es keine verlässliche Methode gebe, den Bestand der scheuen Wildschweine zu erfassen. Aufgrund der aktuellen Abschuss- und Fallwildzahlen sowie den Wildschäden muss man im Thurgau jedoch von einem sehr hohen Wildschweinbestand ausgehen. Im aktuellen Jagdjahr, das noch bis Ende März dauert, wird vermutlich der Abschussrekord aus dem Jahr 2012/13 mit über 820 Abschüssen noch übertroffen. Hofstetter betont, dass man die Strategie nach dem Ausbruch dem Seuchenverlauf anpassen müsse. Das Übertragungsrisiko kann durch drastische Verringerung des Wildschweinbestands reduziert werden, wobei sich ein verstärkter Jagddruck allerdings auch negativ auf das Seuchengeschehen auswirken kann, wenn sich dadurch die bejagten Tiere weiträumiger verlagern. Eine Alternative wäre ein gänzliches Jagdverbot auf Wildschweine, um die Tiere nicht zusätzlich zu beunruhigen. Hofstetter sagt, dass dieses Verfahren schon vor ein paar Jahren beim Ausbruch der klassischen Schweinepest im Kanton Tessin angewandt worden sei.

Walter Schmid von der Jagd Thurgau ist ähnlicher Meinung. «Eine seriöse Jagd, bei der die Leitbachen geschont werden und eine intakte Rottenstruktur erhalten bleibt, verhindert eine grossräumige Bewegung des Schwarzwildes.» Die Forderung des deutschen Bauernverbandes auf eine Reduktion von 70 Prozent der Wildschweine ist für Schmid fern jeglicher Realität. (gün)

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